
Foto Tågföretagen.
Der Branchenverband der Eisenbahnunternehmen in Schweden, Tågföretagen, zeigt sich sehr erfreut über die Nachricht der Regierung, dass die Eisenbahnstrecken Lund - Hässleholm und Göteborg - Borås nun doch gebaut werden sollen. Viele Details der endgültigen Streckenführung sind zwar noch offen, aber die Entscheidung der Regierung deutet auf ein Konzept hin, das einen weiteren Kapazitätsausbau in der Zukunft erschweren wird.
Die Unbestimmtheit der nationalen Infrastrukturpolitik in Bezug auf wichtige Entscheidungen kann uns jedoch teuer zu stehen kommen. Es war bekannt, dass die vollständig ausgebauten neuen Hauptstrecken zwischen den drei größten Städten des Landes (Stockholm, Göteborg, Malmö) nach ihrer Fertigstellung eine dringend benötigte Reinvestition in die bestehenden Strecken ermöglichen würden. Die Regierung hat jedoch beschlossen, die Entwicklung eines vollständigen Systems mit neuen alternativen Streckenführungen der Hauptlinien weiterhin auszusetzen.
Wir müssen also den Austausch von Gleisen und Oberleitungen auf unseren Hauptstrecken planen, ohne über stabile Alternativstrecken zu verfügen. Pressenerichte haben vor kurzem über die Planung von Oberleitungserneuerungen auf der Västra Stambanan zwischen Stockholm und Göteborg berichtet, die in den kommenden Jahren den Zugverkehr zwischen den beiden größten Städten des Landes auf einen Bruchteil des Normalen reduzieren werden. Es stellt sich die berechtigte Frage, ob eine solche Großmaßnahme nicht auch auf intelligentere Weise durchgeführt werden kann.
Die Antwort ist ein klares "Ja". An Vorschlägen mangelt es der Branche nicht, und zufälligerweise werden derartige Maßnahmen derzeit in Deutschland gleichzeitig geplant, um ein so genanntes "Hochleistungsnetz" zu schaffen. Um diese Arbeiten so schnell wie möglich und mit möglichst geringen Verkehrsbehinderungen durchführen zu können, wird der gesamte Zugverkehr auf den betroffenen Strecken für fünf Monate eingestellt. Der Güterverkehr wird auf alternative Strecken umgeleitet und ein Teil des Regionalverkehrs wird auf Ersatzbusse verlagert. Der Personenfernverkehr wird weitgehend über Umleitungen aufrechterhalten. Es werden moderne Maschinen eingesetzt und intelligentere Arbeitsmethoden angewandt.
Schweden verfügt noch nicht über gute Umleitungsmöglichkeiten, könnte sie aber in Zukunft haben. Dies erfordert jedoch einen systemischen Ansatz. Es ist absolut notwendig, dass der Ausbau und die Modernisierung unseres Eisenbahnsystems nach einer intelligenten Planung der Abfolge von kleinen und großen Maßnahmen erfolgt. Alles andere wäre eine enorme Verschwendung von gesellschaftlichen Ressourcen.
Bengt Dahlberg, WKZ, Quelle Tågföretagen