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Mittwoch, 01 November 2023 14:15

Schweden: Gewerkschaft ST begrüßt Ablösung von MTR für den Pendlerzugverkehr in Stockholm

Die Gewerkschaft Fackförbundet ST begrüßt die Entscheidung von SL, den Vertrag mit MTR für den Pendlerzugverkehr in Stockholm zu kündigen. Das Unternehmen hat die Zusammenarbeit mit den Gewerkschaftsvertretern systematisch behindert und verhindert, und ST führt auch eine Reihe von arbeitsrechtlichen Streitigkeiten gegen MTR. Die Tatsache, dass MTR gezwungen ist, den Pendlerzugdienst aufzugeben, ist eine Folge seiner mangelnden Bereitschaft, sich den Regeln des schwedischen Arbeitsmarktes anzupassen.

"MTR sagt, es wolle dem schwedischen Modell der Tarifverträge folgen, aber in der Praxis hat das Unternehmen immer wieder versucht, die Zusammenarbeit mit den Gewerkschaftsvertretern zu umgehen. Das hat MTR zu einem schlechteren Arbeitsplatz für seine Beschäftigten gemacht", sagt Niklas Simson, stellvertretender Verhandlungsführer des schwedischen Gewerkschaftsbundes ST.

In den vergangenen zwei Jahren war MTR an einem Prozess beteiligt, bei dem die Zugbegleiter an Bord der Pendlerzüge abgeschafft und durch Überwachungskameras ersetzt werden sollten. Die Änderung wurde durchgeführt, nachdem das Unternehmen sowohl der Öffentlichkeit als auch der politischen Führung SLs bescheinigt hatte, dass es die erforderlichen Risikobewertungen durchgeführt hatte, obwohl sowohl Gewerkschaftsvertreter von ST Pendeln als auch Sicherheitsbeauftragte von MTR wiederholt auf schwerwiegende Mängel im Verhalten des Unternehmens während des Prozesses hingewiesen hatten. Dies hat nicht nur zu großer Unzufriedenheit unter den Mitarbeitern geführt, sondern auch zu einer für das Unternehmen kritisch gewordenen Abwanderung von Mitarbeitern.

"Hätte das Unternehmen seine Mitarbeiter ernst genommen, wäre es nie zu dem Personalmangel gekommen. Dies ist eine wichtige Lektion für alle Unternehmen, die versuchen, das schwedische Modell der Zusammenarbeit zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern zu umgehen. Es ist gut für beide Seiten, sich zu einigen", sagt Niklas Simson.

Die Gewerkschaft ST hat bei mehreren Gelegenheiten einen Sicherheitsstopp für Nahverkehrszüge verhängt, und laut ST hat sich MTR der Behinderung von Sicherheitsvertretern schuldig gemacht. Gegenwärtig laufen mehrere Gerichtsverfahren wegen des Verhaltens von MTR.

MTR hat sich auch geweigert, einen lokalen Tarifvertrag für seine Beschäftigten zu unterzeichnen, was die Bedingungen für die Mitarbeiter des Unternehmens weiter verschlechtert hat.

"Es gibt keinen Platz für einen Betreiber, der systematisch gegen seine eigenen Mitarbeiter vorgeht. Wir hoffen, dass wir mit SJ als neuem Betreiber nicht nur einen zuverlässigeren Verkehr, sondern auch eine bessere Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften und damit einen besseren Arbeitsplatz haben werden", sagt Niklas Simson.

Bengt Dahlberg, WKZ, Quelle Fackförbundet ST

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