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Freitag, 03 November 2023 10:00

Norwegen: Hafendirektoren forden Stärkung der Häfen durch Ausbau der Ofot- und Nordlandsbanen, aber keine Nord-Norgebanen

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Fotos Norske Havner, Narvik Havn

"Es ist höchste Zeit, dass die Politiker im norwegischen Parlament die norwegische Eisenbahndebatte auf den richtigen Weg bringen. Die Nord-Norgebanen ist ein Abstellgleis im wörtlichen und übertragenen Sinne. Stattdessen sollte sich die Regierung stark auf die Ofot- und Nordlandsbanen konzentrieren und die großen Häfen im Norden stärken, um den Übergang zwischen Schienen- und Seeverkehr zu erleichtern."

Dies fordern die sechs norwegischen Hafendirektoren Kjell-Olav Gammelsæter, Ingvar M. Mathisen (beide Norske Havner), Børge Edvardsen Klingan (Narvik Havn), Kjersti Stormo (Bodø Havn), Jørn-Even Hanssen (Tromsø Havn) und Anne Britt Bekken (Harstad Havn) im Rundfunk NRK.

Der neue Nationale Verkehrsplan (NTP) sollte dabei keine einzige Krone für die Nordnorwegenlinie (Nord-Norgebanen) bereitstellen. Es ist weder nachhaltig noch gesellschaftlich vorteilhaft, 280 Milliarden NOK für eine Eisenbahnstrecke auszugeben, die nur eine begrenzte Grundlage für den Personenverkehr bietet - und die nicht den Transportbedürfnissen der Unternehmen entspricht. Darüber hinaus zeigt eine Studie der norwegischen Eisenbahndirektion (KVU Nord-Norgebanen), dass die Eisenbahn negative Auswirkungen auf die Rentierzucht, das Klima, die Umwelt und die Natur hat.

"Es ist höchste Zeit, dass die Politiker im norwegischen Parlament die norwegische Eisenbahndebatte auf den richtigen Weg bringen," sagen die Hafendirektoren. Nordnorwegen schafft viele Arbeitsplätze und eine hohe Wertschöpfung in Aquakultur, Fischerei und Industrie. Etwa ein Viertel der gesamten Wertschöpfung in Nordnorwegen stammt aus dem Meer, und alles deutet darauf hin, dass dieser Anteil noch steigen wird. Die OECD schätzt, dass 50 Prozent des Wachstums der Weltwirtschaft bis 2030 aus dem Meer kommen werden.

Gleichzeitig schreibt die Regierung in der Hurdal-Plattform, dass sie die Exporte vom Festland bis 2030 verdoppeln will. "Wir sind davon überzeugt, dass die Regierung den Blick nach Norden richten muss, um diese Ambitionen zu erfüllen."

Das wichtigste Eisenbahnprojekt in Nordnorwegen sollte daher der Ausbau der bestehenden Strecken - der Ofotbanen und der Nordlandsbanen - sein.

• Die Ofotbanen führt von Narvik nach Schweden, wo sie an das nordische Eisenbahnnetz angeschlossen ist. Sie ist die am stärksten befahrene Eisenbahnstrecke Norwegens und hat eine entscheidende Funktion für die norwegische Wirtschaft. Die Strecke ist für die nordische Region als Güterverkehrskorridor von Bedeutung, und aufgrund der geopolitischen Lage gewinnt sie zunehmend an Bedeutung für die Verteidigung, die Sicherheit und die Bereitschaft. Leider ist die Kapazität zu gering, und ein zweigleisiger Ausbau wäre sozioökonomisch sehr rentabel.

• Auch die Nordlandsbanen muss modernisiert werden. Sie muss emissionsfrei sein, und Güterzüge müssen zu bestimmten Zeiten Vorrang haben. Die Wirtschaft in Nordnorwegen hat die Nordlandsbanen immer stärker genutzt, und jetzt braucht die Strecke mehr Kreuzungsgleise und mehr Kapazität.

• Die Nord-Norgebanen ist dagegen ein Abstellgleis im wörtlichen und übertragenen Sinne. Der verbleibende Transportbedarf im Norden kann durch einen klima- und umweltfreundlichen Seeverkehr gedeckt werden, bei dem in Zukunft autonome, batteriebetriebene Schiffe oder Hybridlösungen zum Einsatz kommen werden.

Enova hat eine Frachtroute entlang des Seewegs zwischen Bodø, Harstad und Tromsø unterstützt, auf der Container und Lastwagen transportiert werden sollen. Darüber hinaus wird Narvik den Schienen- und Seeverkehr mit Zielen in Troms, auf den Lofoten und den Vesterålen für den Export von Meeresfrüchten in Richtung Süden und von Lebensmitteln und mehr in Richtung Norden verbinden.

Es ist höchste Zeit, dass die Politiker im norwegischen Parlament die norwegische Eisenbahndebatte in Nordnorwegen auf das richtige (Doppel-)Gleis setzen.

Marita Siebeneichner, WKZ, Quelle NRK

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