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Montag, 23 April 2018 12:37

Frankreich: Gruppe "Tarnac" bezüglich Anschlägen auf SNCF-Strecken freigeprochen

Die Pariser Staatsanwaltschaft gab heute (23.04.18) bekannt, dass sie gegen die Freilassung von acht antikapitalistischen Aktivisten aus der so genannten Gruppe "Tarnac" keine Berufung einlegen wird. Die beiden Hauptangeklagten, Julien Coupat und seine ehemalige Freundin Yildune Lévy, die der Sabotage der Oberleitung einer TGV-Linie im November 2008 beschuldigt wurden, wurden am 12. April vom Pariser Strafgericht mangels Beweisen freigesprochen. Sie hatten die Taten immer geleugnet.

Drei weitere Angeklagte wurden ebenfalls von der Anklage freigesprochen. Damit beendet die Staatsanwaltschaft das fast zehnjährige Verfahren, das von den Fehlern und Grauzonen einer Untersuchung geprägt war, die diese Kämpfer zunächst in potenzielle Terroristen ansah, bevor die Anklagepunkte im Laufe der Jahre vollständig fallen gelassen werden mussten.

"Die Anhörung machte deutlich, dass die Gruppe Tarnac eine Fiktion war und dass unter diesem Namen Personen zusammengefasst wurden, die sich nicht kannten", erläuterte die Präsidentin des Pariser Strafgerichtshofs, Corinne Goetzmann, das Ergebnis. Der Staatsanwalt hatte zudem nur symbolische Strafen verlangt, die die Angeklagten daran hinderten, ins Gefängnis zu müssen.

Fünf Sabotagen auf Infrastrukturen der SNCF wurden in den Nächten vom 25. bis 26. Oktober und vom 7. bis 8. November 2008 in Oise, Yonne und Seine-et-Marne verübt. Während die Polizei Julien Coupat und Yildune Lévy in der Nacht vom 7. auf den 8. November beschuldigte, im Auto "stundenlang um den Sabotageplatz gefahren" zu sein, rechtfertigte das Paar seine Nähe zum Tatort: "Wir hatten Sex im Auto, wie viele junge Leute."

WKz, Quelle Le monde, Le Figaro

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Letzte Änderung am Montag, 23 April 2018 12:49

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