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Freitag, 17 November 2023 08:00

Schweden: 40 Vorschläge, um die schwedische Eisenbahn innerhalb von 10 Jahren zu verbessern

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Fotos SJ, Omtag Svensk Järnväg.

Die schwedischen Eisenbahnen können durch eine Reihe konkreter und sofortiger Maßnahmen erheblich verbessert werden. Dies geht aus einem neuen Bericht hervor, der am 15.10.2023 von der Initiative Omtag Svensk Järnväg vorgestellt wurde. Die Maßnahmen werden, wenn sie umgesetzt werden, eine schnelle und spürbare Wirkung haben. Sie sind auch sozioökonomisch rentabel und würden zu einem besser funktionierenden Eisenbahnsystem führen - ein Schub für die Bahn.

"Die Eisenbahn ist nach jahrzehntelanger unzureichender Instandhaltung stark abgenutzt. Gleichzeitig hat der Zugverkehr in den letzten 30 Jahren erheblich zugenommen. Wir befinden uns also in einer Situation, in der die schwedische Wettbewerbsfähigkeit und das schwedische Wachstum sowohl durchgreifende Maßnahmen mit schneller Wirkung als auch die Planung großer, langfristiger Investitionen in die Kapazitätssteigerung erfordern. Lassen Sie uns gemeinsam den Wandel beschleunigen", sagt Monica Lingegård, die Vorstandsvorsitzende von SJ, die die Initiative zur Neugestaltung der schwedischen Eisenbahnen ergriffen hat.

Vor diesem Hintergrund hat SJ im Rahmen der Initiative Omtag Svensk Järnväg die Autoren Fredrik Bergström, PhD, und Tore Englén, Senior Advisor bei WSP, gebeten, Beispiele für kosteneffiziente Maßnahmen aufzuzeigen, mit denen die Kapazität und Zuverlässigkeit des Eisenbahnsystems kurzfristig - in den nächsten zehn Jahren - erhöht werden kann. Das Ergebnis ist der Bericht "Järnvägslyftet" (Der Eisenbahnaufzug).

"Der Bericht listet eine Vielzahl konkreter Maßnahmen auf, die einen großen Einfluss auf die Stärkung der Kapazität und Zuverlässigkeit der schwedischen Eisenbahn haben würden. Diese Maßnahmen können auch in kurzer Zeit umgesetzt werden", sagt Fredrik Bergström.

Roberto Maiorana, Generaldirektor von Trafikverket, betonte die Notwendigkeit, das bestehende Netz zu modernisieren, und Andreas Carlsson, Minister für Infrastruktur, hob hervor, dass die Regierung der Instandhaltung des Schienennetzes Vorrang einräume, um Arbeitsplätze und Wachstum zu fördern.

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Der Bedarf an Investitionen in die schwedische Eisenbahn ist groß. Die so genannten Instandhaltungsschulden belaufen sich auf etwa 60 Mrd. SEK (5,2 Mrd. EUR) und steigen weiter an. Der Bericht enthält etwa vierzig Maßnahmen, die eine effizientere Instandhaltung, regulatorische Änderungen und die Verbesserung der bestehenden Infrastruktur umfassen.

Einige der insgesamt vorgeschlagenen Maßnahmen sind im Folgenden aufgeführt:

• Umsetzung eines umfassenden Programms von Sparmaßnahmen zur Steigerung der Effizienz, Sicherheit und Nachhaltigkeit der schwedischen Eisenbahnen.
• Stärkere Konzentration der Instandhaltung und Reinvestitionen auf die am stärksten frequentierten Bahnstrecken.
• Behebung der geringen Nutzung der Servicefenster, d. h. der Gleiszeit, die die schwedische Verkehrsverwaltung für die Durchführung der grundlegenden Instandhaltung reserviert.
• Rationalisierung der Instandhaltung durch den Einsatz effizienter Ausrüstung und die Bevorzugung einer schnellen Umsetzung bei der Beschaffung von Instandhaltungsarbeiten.
• Stärkere Berücksichtigung der Bedürfnisse der Wirtschaft bei der Steigerung der Kapazität und Zuverlässigkeit der Eisenbahn.

Dem Bericht zufolge können diese Maßnahmen die Kapazität und Zuverlässigkeit der Eisenbahn kurzfristig verbessern. Die Schlussfolgerung ist aber auch, dass weitere Anstrengungen erforderlich sind, um das schwedische Eisenbahnsystem zukunftssicher zu machen.

"Trotz des großen Bedarfs an kurzfristigen Maßnahmen darf der Fokus nicht von den langfristigen Bedürfnissen der Bahn abgelenkt werden. Die Planung derartiger Maßnahmen muss fortgesetzt werden, nicht zuletzt um die zukünftige Handlungsfreiheit zu gewährleisten", so Fredrik Bergström.

Seminar

Der Bericht wurde auf einem Seminar am 15. November vorgestellt, an dem neben den Autoren des Berichts auch folgende Personen teilnahmen, um die Schlussfolgerungen des Berichts zu kommentieren:

• Andreas Carlson, Minister für Infrastruktur und Wohnungsbau
• Monica Lingegård, Geschäftsführerin von SJ
• Per Lyrvall, Leiter von Schweden, Stora Enso
• Stefan Sjöstrand, Vorstandsvorsitzender von Skistar
• Maria Stockhaus (M), Mitglied des Parlaments
• Gunilla Svantorp (S), Abgeordnete des Parlaments

Bengt Dahlberg, WKZ, Quelle Omtag Svensk Järnväg, SJ

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