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Mittwoch, 25 April 2018 07:05

Irland: Bahnbetreiber wie Abellio sparen über irische Töchter Steuern in Europa

Irland ist nach wie vor ein beliebtes Ziel nicht nur für Touristen, sondern auch für Eisenbahnunternehmen aus ganz Europa, um in ihren Heimatländern Steuern zu sparen. Wie The Irish Times berichtet, nutzt Abellio diese Gelegenheit weiterhin, um auch in Deutschland weniger Steuern zahlen zu müssen.

Die Niederländische Staatsbahn NS hatte lange Zeit Züge für die Niederlande über die irische Tochtergesellschaft NSFSC bezogen und so über ein Jahrzehnt etwa 270 Mio. Euro ihrem Anteilseigner, dem niederländischen Finanzministerium, vorenthalten. Nach einem politischen Entrüstungssturm in den Niederlanden, sah sich NS Ende letzten Jahres gezwungen, fast 400 Züge der irischen Tochter auf die niederländische Leasinggesellschaft NS Lease BV übertragen zu lassen.

Allerdings nutzt NS weiterhin ein anderes Dubliner Unternehmen, Disa Assets, um Züge zu besitzen und Steuern in Deutschland zu vermeiden. Wie The Irish Times mit Hilfe des dem Handelsregister vergleichbaren Companies Registration Office (CRO) ermittelt hat, ist Disa Teil von Abellio, dem ausländischen Arm der NS. Die irische Einheit erwartet noch in diesem Jahr die Lieferung einer Flotte neuer Triebwagen für ihre deutschen Töchter. Die Züge werden aus Dublin finanziert, fahren aber u. a. in Nordrhein-Westfalen. Damit vermeidet das Unternehmen eine höhere Steuerbelastung in Deutschland.

Aber die Niederländer sind bei weitem nicht die einzigen, die Dublin als Basis für die Vermietung von Eisenbahnfahrzeugen nutzen.

Eversholt, eine britische Zugvermietungsgruppe, hat dies bisher getan, gibt aber an, den steuerlichen Wohnsitz aller ihrer irischen Unternehmen von Irland zurück nach Großbritannien verlegen zu wollen.

• Auch Brunswick Rail, die größte Waggonvermietungsgesellschaft in Russland mit 25.000 Waggons, hat ihre Vermögenswerte im Wert von 600 Mio. USD durch eine Dubliner Einheit, Brunswick Rail Finance, finanziert.

Touax, ein französisches Unternehmen, das der zweitgrößte Vermieter von Güterwagen in Europa ist, besitzt vier verschiedene irische Einheiten, die mindestens 5.000 Güterwagen im Wert von mehr als 200 Mio. Euro besitzen.

• Auch Ermewa, eine weitere französische Güterwagen-Leasinggesellschaft, hat zwei getrennte irische Einheiten mit einem Finanzierungsvolumen von 300 Mio. Euro für den Kauf von Zügen gegründet, obwohl diese noch keine Käufe getätigt haben.

WKZ, Quelle The Irish Times

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Letzte Änderung am Mittwoch, 25 April 2018 07:14

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