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Mittwoch, 22 November 2023 19:00

Österreich: Offener Brief zur Einrichtung eines S-Bahn-Taktes Spittal - Mallnitz

Dieser offene Brief ging heute an die Bürgermeisterlnnen der Gemeinden im Mittleren Mölltal. Er stellt die Haltung der Freunde der Bahnhaltestelle Oberfalkenstein zum neuen ÖV-Konzept dar und tritt für die Einrichtung eines S-Bahn-Taktes Spittal -  Mallnitz ein.

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin, sehr geehrte Herren Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren,

Seit ca drei Jahren beschäftigt sich unser überparteilicher Verein ehrenamtlich unter Beiziehung von Sachverständigen mit der Verbesserung des öffentlichen Verkehrs im Raum Mölltal/Lurnfeld.
Wir bedanken uns bei den Gemeinden für ihre ideelle und finanzielle Unterstützung, die Sie zu einer Studie anerkannter Fachleute geleistet haben.

Die Studie, die den beteiligten Gemeinden vorliegt, zeigt, dass aus dem Raum 1800 Pendlerlnnen und Schülerlnnen in Richtung Osten (davon 50% über Spittal hinaus) fahren. Die Bahnstrecke Mallnitz – Spittal wird, obwohl bestens, mit 4 Zwischenstationen teilweise barrierefrei, ausgebaut, für den Regionalverkehr praktisch nicht genutzt. Dabei ist die Fahrzeit eines Zuges mit dem PKW vergleichbar, was für den Linienbus nicht gilt.

Am Beispiel der Strecke Obervellach – Spittal (30 km): PKW ca 30 min, Zug inkl. PKW-Anfahrt ebenso, Linienbus ca 40 – 45 min.

Auch fehlen Bus-Tagesrandverbindungen für Fernpendler. Der Zug ist also dem Bus weit überlegen. Nach Villach, und Klagenfurt (zukünftig auch Graz) ist der Zug nach Umsteigen in einen Schnellzug (Spittal) meist schneller als das Auto.

Pendler/Schüler, die in Spittal vom Bus zur Weiterfahrt auf den Zug umsteigen müssen, verlieren in Summe über eine halbe Stunde pro Fahrt. Das bedeutet, über eine Stunde pro Tag. Dazu kommt, dass PendlerInnen im ÖV durch die neuen Klimatickets nur einen Bruchteil der PKW- Fahrkosten aufwenden müssen.

Zusammenfassend ist der Regionalzug mit dem PKW puncto Fahrzeit mindestens gleichwertig, was für den Linienbus nur auf kurzen Strecken bis ca 15 km gilt. Für ÖV-Pendler gibt es Kostenersparnisse von Tausenden EUR jährlich.

Trotz dieser offenkundigen Vorteile des Zuges will das Land Kärnten (VVK) auch nach Inkrafttreten des Schnellzug-Stundentaktes Villach – Salzburg in 2 Jahren (Koralmbahn) auf der Tauernbahn weiterhin keine Regionalzüge bei den ÖBB bestellen. Dies zum Nachteil der örtlichen Bevölkerung und der Wirtschaft, insbesondere des Tourismus. Man will die ÖV- Benutzer sogar zu einem weiteren, zeitraubenden Umsteigen im Bahnhof Pusarnitz zwingen.

So würden ab. Dezember 2025 also täglich ca 35 Schnellzüge mit durchschnittlich 12.000 bis 14.000 Personen ohne Halt durch unsere Region fahren (Mölltalstrasse ca 8000 Personen). Das bedeutet einen Wettbewerbsnachteil, insbesondere gegenüber dem benachbarten, besser erschlossenen, Gasteinertal im Wander- und Biketourismus.

Die Haltung des VVK, die die Pendler defacto weiter auf den teuren PKW verweist, widerspricht auch den Zielen der Landesregierung (Nachhaltigkeitskoalition).

Wir ersuchen die Bürgermeister und Gemeinderäte daher dringend, gegenüber dem Verkehrsverbund bzw. dem Land Kärnten auf der Einführung des auch in der Studie favorisierten S- Bahn Taktes Spittal -  Mallnitz zu bestehen. Dies im Interesse der Bevölkerung und des Tourismus. Damit würde auch den (ca 250 lt. Statistik Austria) Pendlern geholfen, die in Richtung Salzburg fahren und für die der VVK bisher gar nichts anbietet.

Es ist auch nicht einzusehen, warum die Region schlechter behandelt werden soll als das Obere Drautal, das Untere Gailtal (Zug-Stundentakt ) oder das Untere Drautal (sogar Zug- Halbstundentakt jew. neben Busverkehr).

Wir ersuchen, dieses Schreiben in der nächsten GR- Sitzung zur Sprache zu bringen. Gerne steht Ihnen unser Verein für ergänzende Auskünfte oder auch eine Anhörung zur Verfügung.

Thomas ROGL, Obmann „Freunde der Bahnhaltestelle Oberfalkenstein“

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