

Fotos Bengt Dahlberg.
Die Entgleisung von Laaiis Nr. 24 74 4220 466-2 (vermutlich mit 72 t Bremskraft und 90 t Gewicht, in Richtung Süden immer maximal beladen) im Gotthardtunnel soll auf eine thermische Überlastung der Räder zurückzuführen sein. In Schweden verfügen Güterwagen meist über eine hohe Bremskraft, um 90 oder 100 km/h fahren zu können. Es kommt vor, dass ausländische Waggons eine so geringe Verzögerung haben, dass die Geschwindigkeit auf 80 oder sogar 70 km/h reduziert werden muss.
Vor etwa 50 Jahren gab es in Glasers Annalen einen Bericht darüber, wie ein voll beladener schwedischer Hbis-Wagen aufgrund eines gebrochenen Rades entgleiste. Das Material des Rades erfüllte alle Standards, versagte aber trotzdem.
Die Schlussfolgerung war, dass schwedische Waggons im Verkehr in Alpenländern einen überproportionalen Anteil an der Bremsung der Züge in Anspruch nahmen, wodurch die Räder thermisch überlastet wurden. Ich weiß nicht, welche Maßnahmen damals ergriffen wurden, wenn überhaupt.
Verschärft wird das Problem nun durch die sogenannten Flüsterbremsen, da die Räder nun noch mehr Wärme sammeln und zudem bei winterlichen Bedingungen deutlich schlechter bremsen. Zudem waren alle Räder des Laaiis-Waggons thermisch überlastet.
Die Lösung des Problems besteht somit darin, die Verzögerung aller Waggons auf das gleiche Niveau das der schwedischen Waggons zu erhöhen. Wer das nicht möchte, muss lediglich bei schwedischen Waggons die Bremsen ausschalten oder bei Waggons mit hoher Bremsleistung Scheibenbremsen vorschreiben. Oder weitermachen wie bisher und den einen oder anderen schweren Unfall riskieren.
Eine Schlussfolgerung ist daher, dass die Schweiz und Deutschland, die die Einführung sogenannter Flüsterbremsen stark vorangetrieben haben, die Situation dadurch verschlimmert haben, dass sie noch mehr Wärme in den Rädern speichern. Sie haben sich also selbst in den Schwanz gebissen. Schweden war von Anfang an gegen die Einführung sogenannter Flüsterbremsen!
Eine Ergänzung. Wenn die Räder heiß sind, breitet sich die Hitze auf die Lagerkästen aus, das Fett schmilzt und fließt heraus. Das Ergebnis ist schließlich ein Lagerschaden mit schrecklichen Folgen. Dass das Fett geschmolzen ist, ist an der Radscheibe zu erkennen.
• Foto links: Scheibenbremsen.
• Foto rechts: Dieser Wagen verfügt über eine Bremsleistung von bis zu 80 t bei 100 t Gesamtgewicht.
Bengt Dahlberg