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Donnerstag, 26 April 2018 07:05

Griechenland: Hafenanbindungs- und Ausbauprojekte

Erfreulich häufig ist in letzter Zeit über die Entwicklungen in Griechenland zu hören, auch über Neubaustrecken im Westen des Festlandes. Im Zuge der in Machbarkeitsstudie befindlichen "Rail Egnatia" wurden in Letzter Zeit verschiedene Versionen einer Verbindung von Florina nach Pogradec in Albanien bekannt, dort besteht eine (erneuerungsbedürftige) Strecke zum Hafen von Durres.

Die angedachte Linie zum Hafen von Igoumenitsa wird wohl eher nicht oder in sehr weiter Zukunft ausgeführt, was die (schlecht entwickelte) Region Ipirus offensichtlich erheblich ärgert. Nach entsprechenden regionalen Presseberichten wurde jetzt eine Studie vorgestellt, die eine Bahnlinie von Igoumenitsa über Ioannina nach Gjirokastra (Albanien) verbinden soll. Was davon umsetzbar ist bleibt offen, da diese Strecke zumindest derzeit nicht in Verbindung mit anderen Eisenbahnstrecken stehen würde.

Der Hafen von Igoumenitsa hat eine große Bedeutung, im Waren- und Passagierumschlag liegt er etwa auf Platz 10 der griechischen Häfen, allerdings konzentriert sich das Hauptaufkommen auf die wenigen Wochen der Sommersaison. Im Hafen von Patra, der immerhin bis 2023 seinen Bahnanschluss (wieder) bekommen soll, ist das Frachtaufkommen ähnlich, das Passagieraufkommen deutlich geringer.

Um im Nordosten die Entwicklung des "Rail TKABVR Projects" (Eisenbahnverbindung zwischen den Hafenstädten Thessaloniki, Kavala und Alexandroupoli in Griechenland und Burgas, Varna und Ruse in Bulgarien, früher auch "sea2Sea", Umgehung von Dardanellen und Bosporus im Schiffsverkehr) voranzubringen, hat das Infrastrukturministerium einen Beraterstab zusammengestellt. Vorrang hat der Ausbau der Bestandsstrecke Alexandroupoli - Svilengrad in Bulgarien.

Zu bemerken ist, dass der Hafen von Kavala (ohne Bahnanschluss) wesentlich mehr umsetzt als der Hafen von Alexandroupoli. Wichtig ist deshalb auch die zügige Reaktivierung der Gleisanschlüsse in den deutlich stärker frequentierten Häfen von Thessaloniki und Volos (Plätze 4 und 6 der griechischen Häfen im Frachtverkehr) und der Ausbau der Verbindungen in/durch die nördlichen Nachbarländer Bulgarien und Mazedonien.

Es ist also viel zu tun und bleibt nur zu hoffen, dass das alles nachhaltig weiterbetrieben wird, auch nach der nächsten Wahl.

Prof. Dr. Johannes Schenkel

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Letzte Änderung am Mittwoch, 25 April 2018 19:31

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