Tschechien: Stadler Praha feiert 15-jähriges Jubiläum und verzeichnet starkes Wachstum


Fotos Stadler.
Stadler Praha ist seit 15 Jahren in der Tschechischen Republik tätig. Zurzeit beschäftigt das Unternehmen mehr als 180 Mitarbeiter, die sich intensiv mit der Entwicklung und Konstruktion befassen. Sie entwickeln und bauen modernstes Rollmaterial sowohl für die Hauptstrecken der Bahn als auch für Stadtbahnen im Nahverkehr. Das Prager Büro hat eine rasante Entwicklung hinter sich und ist weiterhin auf Wachstum eingestellt.
In den Anfängen unterstützte das Prager Büro mit seinen anfänglich 30 Mitarbeitern das Mutterhaus in der Schweiz vor allem in der Konstruktion und Produktentwicklung. Das erste Projekt, das komplett in Prag entwickelt wurde, war eine fünfteilige FLIRT-Zuggarnitur für den privaten tschechischen Bahnbetreiber LEO Express. Es folgten weitere Projekte wie FLIRT-Züge für die ungarische MAV, FLIRT-Züge für die Raab-Oedenburg-Ebenfurter Eisenbahn (GySEV), KISS-Einheiten für den Moskauer Betreiber Aeroexpress, weitere FLIRT-Züge für Serbien, Polen, Slowenien und auch KISS-Einheiten für die Slowakei. Bei der Entwicklung des neuen Hochgeschwindigkeitszuges SMILE für die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) war das Prager Büro direkt mit den Kollegen in der Schweiz an den Engineering-Aktivitäten beteiligt.
Gegenwärtig bereitet das Prager Team bereits in der kommerziellen Phase Ausschreibungsunterlagen vor, arbeitet an Verträgen über die Lieferung von Rollmaterial mit und befasst sich mit der Zugkonstruktion sowie dem hochkomplexen Projektmanagement für den gesamten Lebenszyklus des Fahrzeugs. Darüber hinaus ist das Büro für das Zulassungsverfahren der vorgeschlagenen Fahrzeuge zuständig.
Weltnachrichten aus Prag

Bei der Bearbeitung eines Auftrags aus Slowenien im Jahr 2018 konnte das Prager Büro seine Kompetenz und Unabhängigkeit unter Beweis stellen. Die slowenische Bahn bestellte eine Flotte von drei verschiedenen Elektro- und Dieseltriebfahrzeugen mit Zulassungen in drei Ländern. Stadler Praha nahm die Herausforderung natürlich an, war dank seiner Fähigkeiten erfolgreich und brachte sogar eine Weltneuheit hervor.
Züge als Ärzte, die die Gleise untersuchen
Eine weitere technische Spezialität, die in den letzten Jahren in Prag entwickelt wurde, sind die Diagnosezüge für den spanischen Infrastrukturbetreiber ADIF. Auch das italienische Eisenbahnnetz (RFI) hat ein Konsortium aus Stadler und Mermec mit der Lieferung von fünf neuen Diagnosezügen für die lokale Infrastruktur beauftragt. Jeder bestellte Zug ist mit mehr als 20 Diagnosesystemen ausgestattet, die umfassende Daten über die Eisenbahninfrastruktur des Landes erfassen, analysieren und auswerten.
Ein automatisches optoelektronisches System zeichnet während der Fahrt Gleisparameter auf und kann so mehr als 50 mögliche Fehler berührungslos erkennen. Mit Laserscannern und hochauflösenden Digitalkameras werden wichtige Oberleitungsparameter gemessen und mit automatischen Bildverarbeitungsalgorithmen werden Fehler an Oberleitungsinfrastrukturkomponenten erkannt.
Gut bekannt in Ostrava
Das Prager Büro ist maßgeblich an vielen Stadler-Projekten beteiligt: neue Straßenbahnen für Sarajevo, elektrische Einheiten für Serbien sowie elektrische Einheiten für die polnische PKP Intercity, die finnische VR, die österreichische Staatsbahn ÖBB, die norwegische Norske Tog und die litauische LTG.
Das Prager Büro ist verantwortlich für die Entwicklung und Konstruktion des Doppelstockzuges KISS, einschließlich der Typenzulassung, der im Juni 2023 auf einer Ausstellung in Ostrava erstmals vorgestellt wurde und für die slowakische Eisenbahngesellschaft ŽSSK bestimmt ist. Eine Besonderheit ist die Einführung des slowakischen Fahrgastinformationssystems, des slowakischen Energiemesssystems und des Zugsicherungssystems ETCS in Kombination mit dem Zugsicherungssystem MIREL VZ1.
Denn Stadler-Produkte sind in Ostrava bestens bekannt. In den letzten fünf Jahren waren 40 TANGO-Straßenbahnen von Stadler in Betrieb, die mehr als 10 Millionen Kilometer zurückgelegt und Millionen zufriedener Fahrgäste befördert haben. Auch bei diesen Fahrzeugen wurden Design, Konstruktion, Zulassung und Projektmanagement komplett in Eigenregie in Prag durchgeführt.
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WKZ, Quelle Stadler




