Frankreich: Güterverkehrsmarkt vom niedrigen Niveau der Dienstleistungsqualität beeinträchtigt


Fotos ART.
Die französische Regulierungsbehörde Autorité de Régulation des Transports (ART) veröffentlicht am 20.12.2023 eine Studie über den Schienengüterverkehrsmarkt in Frankreich, in die die regelmäßigen thematischen Analysen der Regulierungsbehörde einfließen. Obwohl die Öffnung des Schienengüterverkehrsmarktes für den Wettbewerb es ermöglicht hat, den Rückgang des Volumens der Aktivitäten in diesem Sektor seit 2011 zu stoppen, stellt die ART fest, dass der Schienengüterverkehr im Vergleich zum Straßenverkehr an Attraktivität verloren hat.
Der Schienengüterverkehrsmarkt konzentriert sich auch heute noch auf die Unternehmen der SNCF-Gruppe, darunter der etablierte Betreiber Fret SNCF, der nach wie vor ein wichtiger Akteur ist. Zwar hat sich der Schienengüterverkehrsmarkt in den letzten zehn Jahren stark entwickelt, was vor allem auf den kombinierten Verkehr zurückzuführen ist, doch wird die Attraktivität dieses Marktes durch ein niedriges Niveau der Dienstleistungsqualität beeinträchtigt.
Rückgang seit 2011 gestoppt
Durch die Öffnung des Schienengüterverkehrsmarktes für den Wettbewerb konnte der Rückgang des Güterverkehrsvolumens seit 2011 auf 35 Milliarden Tonnenkilometer im Vergleich zu über 50 Milliarden Tonnenkilometern Anfang des Jahrtausends gestoppt werden. Dieser Rückgang hat dazu geführt, dass der Anteil des Schienengüterverkehrs in Frankreich auf 11 % gesunken ist. Dieser Wert liegt unter dem EU-Durchschnitt von 17 % im Jahr 2021, während in der Schweiz, in Deutschland und in Italien in diesem Zeitraum ein gleichbleibender oder steigender Modal Split zu verzeichnen war.
Die Einnahmen der Schienengüterverkehrsunternehmen sind nach wie vor fragil und seit 2017 um 4 % rückläufig. Öffentliche Zuschüsse sind daher für die wirtschaftliche Nachhaltigkeit des Sektors von entscheidender Bedeutung und haben insbesondere zu einer Verringerung der von den Eisenbahnunternehmen zu entrichtenden Mautgebühren geführt, die 2022 nur noch 5 % ihrer Einnahmen ausmachen werden.
Fret SNCF bleibt ein wichtiger Akteur
Nach mehr als 15 Jahren Öffnung für den Wettbewerb ist der Schienengüterverkehrsmarkt noch immer relativ konzentriert. Im Jahr 2022 erwirtschaften fünf Eisenbahnunternehmen 85 % der Tonnenkilometer, wovon fast 70 % von den Unternehmen des SNCF-Konzerns erbracht werden. Fret SNCF bleibt das einzige Eisenbahnunternehmen, das über eine landesweite geografische Abdeckung verfügt. In zwei Segmenten des Schienengüterverkehrs hat das Unternehmen eine marktbeherrschende Stellung inne: im kombinierten Verkehr (50 % der beförderten Tonnenkilometer) und im konventionellen Wagenladungsverkehr (83 % der Tonnenkilometer). Eine von der Europäischen Kommission eingeleitete Untersuchung der staatlichen Unterstützungsmaßnahmen zugunsten von Fret SNCF könnte jedoch zur Umsetzung eines "Diskontinuitätsszenarios" führen, das darauf beruht, dass der etablierte Betreiber einen Anteil von etwa 30 % seiner Aktivitäten an konkurrierende Betreiber abtritt.
Dynamik wird vom Kombinierten Verkehr getragen
Im Gegensatz zum konventionellen Güterverkehr hat sich der kombinierte Güterverkehr in Frankreich stark entwickelt, und zwar sowohl auf inländischen als auch auf internationalen Strecken. Er erscheint wettbewerbsintensiver als die anderen Marktsegmente. Die Dynamik dieser Aktivität wird durch die Erhöhung der Mitnahmekapazität der Züge sowie durch den Anstieg des Verkehrs auf den Schienenautobahnen (autoroutes ferroviaires) getragen.
Fast 75 % der Güterzugkilometer werden auf den 6.500 km langen europäischen Güterverkehrskorridoren, die durch Frankreich verlaufen, abgewickelt. Diese internationalen Korridore sind auch die Achsen, die zu den am stärksten befahrenen des nationalen Eisenbahnnetzes gehören, insbesondere im Personenverkehr.
Die Nutzung des One-Stop Shops für die Bestellung von Zugtrassen, der den internationalen Verkehr erleichtern soll, ist hingegen trotz des nachgewiesenen Potenzials gering.
Geringe Dienstleistungsqualität
Der Schienengüterverkehr leidet unter einer niedrigen Pünktlichkeitsquote: 8 % der Güterzüge haben bei ihrer Ankunft eine Verspätung von mehr als einer Stunde, wobei diese Quote beim kombinierten Verkehr noch schlechter ist (19 %).
Darüber hinaus leidet der Schienengüterverkehr unter effektiven Geschwindigkeiten (durchschnittlich 52 km/h auf dem nationalen Schienennetz), die für bestimmte Märkte als unzureichend angesehen werden können und somit die Attraktivität des Schienenverkehrs im Vergleich zum Straßenverkehr verringern.
Konsultieren Sie
Die Bilanz zum Schienengüterverkehrsmarkt von 2017 bis 2022.
WKZ, Quelle ART







