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Freitag, 12 Januar 2024 10:00

Schweden: Trafikverket muss Sicherheitsmängel im Zugplanungssystems MPK beheben

Bei der Einführung des neuen Zugplanungssystems MPK der schwedischen Verkehrsbehörde Trafikverket gab es mehrere Sicherheitsmängel. Das schwedische Transportamt Transportstyrelsen hat Trafikverket nun am 09.01.2024 angewiesen, die Mängel zu beheben: "Trafikverket muss die Probleme analysieren, geeignete Maßnahmen ergreifen und verhindern, dass sich so etwas wiederholt", sagt Petra Särefjord, Abteilungsleiterin bei Transportstyrelsen.

Trafikverket ist für die Gesamtplanung des Verkehrs auf den meisten schwedischen Eisenbahnstrecken zuständig. Jedes Jahr erstellt Trafikverket einen Zugplan mit Fahrplänen, die ab Mitte Dezember gültig sind. Im Zusammenhang mit der Arbeit am Zugplan 2023 hat Trafikverket ein neues IT-System und eine neue Arbeitsmethode eingeführt: MPK (Marknadsanpassad planering av kapacitet, Marktangepasste Kapazitätsplanung).

Die Arbeit am Zugplan 2023 von Trafikverket war mit Schwierigkeiten behaftet und die Planung des Zugverkehrs funktionierte nicht zufriedenstellend. Transportstyrelsen erhielt von den Zugbetreibern und durch externe Überwachung Signale, dass es möglicherweise Sicherheitsmängel gab. Transportstyrelsen leitete daher am 21. Dezember 2022 eine Inspektion ein, um zu prüfen, ob die Einführung des neuen Systems MPK in Übereinstimmung mit den geltenden Anforderungen an Sicherheitsmanagementsysteme erfolgt ist.

Es wurden sieben Bereiche ermittelt

Als Ergebnis der Inspektion hat Transportstyrelsen mehrere Mängel im Sicherheitsmanagementsystem bei Trafikverket festgestellt. Diese Mängel zeigen, dass Trafikverket bei der Einführung von MPK nicht alle geltenden Sicherheitsanforderungen erfüllt hat. Es handelt sich um Mängel in:

• Risikomanagement
• Konsultation mit anderen Parteien
• Kompetenzmanagement
• Überwachung
• Rollen, Verantwortlichkeiten, Rechenschaftspflicht und Befugnisse innerhalb der Organisation
• Integration von menschlichen, technischen und organisatorischen Faktoren
• Information und Kommunikation.

"Die Mängel sind schwerwiegend, weshalb wir Trafikverket nun auffordern, sie zu beheben. Trafikverket muss sicherstellen, dass die Voraussetzungen für den Umgang mit den eigenen und gemeinsamen Risiken im Eisenbahnsystem gegeben sind", so Petra Särefjord.

Maßnahmen für eine bessere Sicherheitskontrolle

Trafikverket wird nun eine Analyse durchführen, um die Gründe für die festgestellten Probleme herauszufinden. Bereits während des Inspektionsprozesses hat Trafikverket kontinuierlich eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um die aufgetretenen Risiken zu beherrschen. Der Entscheidung zufolge muss Trafikverket weitere Maßnahmen zur Verbesserung des Sicherheitsmanagementsystems und der systematischen Sicherheitsarbeit ergreifen.

Trafikverket hat bis zum 29. März 2024 Zeit, auf die Anordnung zu reagieren.

Sachverhalt: Mehr Aufsichtsaufgaben über die Arbeit von Trafikverket bei der Zugplanung

• Im Frühjahr 2023 beschloss Transportstyrelsen einen Strafbefehl gegen Trafikverket bezüglich des Zugplanungsprozesses für das Jahr 2023. Der Strafbefehl wurde auf der Grundlage des Eisenbahnmarktgesetzes beschlossen und konzentrierte sich daher in erster Linie auf Marktfragen im Zusammenhang mit dem Zugplanungsprozess. Im Jahr 2024 wird Transportstyrelsen diese Aufsicht fortsetzen und prüfen, ob Trafikverket die Anforderungen an die Zugtrassen für den Zugplan 2024 erfüllt.
• Transportstyrelsen arbeitet derzeit an einer Inspektion des Revisionsprozesses von Trafikverket (Planung von Zugtrassen bei Gleisarbeiten) für den Zugplan 2023.

Bengt Dahlberg, WKZ, Quelle Transportstyrelsen

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