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Eine Auswahl von NS-Dirigenten wird probeweise für 6 Monate mit einer Bodycam ausgestattet. Der Grund dafür ist die zunehmende Aggression. Die Bodycams können zur Beweissicherung eingesetzt werden. Bei anderen BOAs [Buitengewoon Opsporingsambtenaar, Special Investigating Officers] ist sie schon seit einiger Zeit im Einsatz und hat ihren Nutzen bereits bewiesen.
Eine Gruppe von Zugführern und Servicemitarbeitern wird ab sofort eine Bodycam tragen. Die NS startet den Versuch mit den Bodycams, um die Sicherheit und das Sicherheitsgefühl der Kollegen zu erhöhen. In schwierigen Situationen können sie die Kamera einschalten, die Bild und Ton aufzeichnet. Zusätzlich zu den Kameras in Zügen und Bahnhöfen können die Kamerabilder von Justiz und Polizei für Ermittlungszwecke verwendet werden.
Mit dem Versuch weitet die NS den Einsatz der Bodycam aus, die bereits von über 700 Mitarbeitern der Abteilung Sicherheit und Service standardmäßig getragen wird. Insgesamt 120 NS-Mitarbeiter nehmen freiwillig an dem Versuch teil.
Aggressionen und Einschüchterungen gegen NS-Mitarbeiter kommen leider jeden Tag vor. "Niemand geht zur Arbeit, um beschimpft, bespuckt oder geschlagen zu werden", sagte Eelco van Asch, Mitglied des Vorstands der NS. "Wir tun alles, was wir können, um die Sicherheit unserer Kollegen und Fahrgäste zu erhöhen. Eine Bodycam hat eine deeskalierende Wirkung und wird bereits von vielen Berufsgruppen getragen. Ein weiterer Vorteil ist, dass dieses Kameramaterial für Ermittlungszwecke verwendet werden kann und die Kollegen bei ihrer Berichterstattung unterstützt. Das hilft der Justiz und der Polizei, Störenfriede aufzuspüren und zu verfolgen."
Wie sieht der Versuch aus?
Sechs Monate lang soll der Versuch Aufschluss über den Einsatz der Bodycam und ihre Wirkung geben. Einerseits geht es um die Praktikabilität. Stört die Kamera nicht bei der Arbeit? Andererseits geht es um die Auswirkungen auf die Reisenden und ihr Verhalten. Wie reagieren die Reisenden auf den Einsatz der Bodycam? Hat die Bodycam eine präventive Wirkung in Bezug auf Aggressionen? Nach sechs Monaten werden die Ergebnisse ausgewertet.
NS ergreift weiterhin Maßnahmen
Die Sicherheit in den Zügen und auf den Bahnhöfen ist eng mit den Entwicklungen in der Gesellschaft verbunden. Die NS ergreift strukturelle Maßnahmen wie gezielte Kameraüberwachung, (permanente) Eingangskontrollen und den Einsatz von Sicherheitspersonal bei Bedarf. Die Erhöhung der Sicherheit erfordert auch die Hilfe der Regierung. Die NS will, dass die Informationslage der Kolleginnen und Kollegen verbessert wird, u.a. um Identitäten selbst überprüfen zu können. Das verhindert eine Eskalation und entlastet die Polizei, die rund 7.000 Mal im Jahr zu Identitätskontrollen ausrücken muss. Die Regierung sieht die Notwendigkeit, ergreift aber noch keine konkreten Maßnahmen. In der Zwischenzeit bleibt die NS nicht untätig und sucht selbst nach weiteren Möglichkeiten, die Sicherheit zu erhöhen. Neben dem Bodycam-Test arbeitet die NS daran, Reise- und Aufenthaltsverbote früher und schneller auszusprechen, und stellt weiterhin zusätzliches Sicherheitspersonal ein.
Jules Draaijers, WKZ, Quelle NS