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Donnerstag, 18 Januar 2024 09:00

Schweden: Trafikverket legt Strategiepapier als Grundlage für die nächste Planungsperiode der schwedischen Verkehrsinfrastruktur vor

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Fotos Trafikverket.

Die schwedische Verkehrsbehörde Trafikverket berichtete am 15.01.2024 über den Auftrag der Regierung, eine Grundlage für die langfristige Infrastrukturplanung zu schaffen. Trafikverket wies unter anderem auf die Notwendigkeit hin, der Instandhaltung Vorrang einzuräumen, Maßnahmen zur Bewältigung externer Herausforderungen und zur Nutzung von Modernisierungsmöglichkeiten zu ergreifen sowie verschiedene Möglichkeiten zur Stärkung der Kostenkontrolle aufzuzeigen.

Die Arbeit an dem Strategiepapier stützte sich auf eine intermodale Analyse, die den Straßen-, Schienen-, Luft- und Seeverkehr einschließt. Gleichzeitig mit der Vorlage des Strategiepapiers durch Trafikverket an die Regierung wird das Dokument zur externen Konsultation verbreitet. Das Strategiepapier bildet eine Grundlage für den Finanzrahmen und die Priorisierung von Maßnahmen im Bereich der staatlichen Verkehrsinfrastruktur für ein künftiges Infrastrukturgesetz.

"Wir sehen, dass es viele Herausforderungen gibt, wie z.B. den Übergang zu einer Gesellschaft ohne fossile Brennstoffe, den Klimawandel und zunehmende Wetterextreme, steigende Bau- und Instandhaltungskosten und die zunehmend unsichere internationale Lage", sagt Roberto Maiorana, Generaldirektor von Trafikverket.

Ausstattung, Verschlankung und Modernisierung der Infrastruktur

Entscheidend für die künftige Zugänglichkeit ist, wie die bereits vorhandene Infrastruktur erhalten und genutzt werden kann.

"Die Instandhaltung unserer bestehenden Einrichtungen hat Vorrang vor neuen Investitionen in die Infrastruktur, heisst es in der Dokumentation, die wir jetzt vorlegen", sagt Roberto Maiorana, Generaldirektor von Trafikverket. "Ein neues Signalsystem für die schwedischen Eisenbahnen muss eingeführt werden, andernfalls wird es zu extremen Konsequenzen kommen und die Eisenbahnen könnten ihren Betrieb einstellen", so Roberto weiter.

In dem Strategiepapier weist Trafikverket auch darauf hin, wie die Zugänglichkeit des Verkehrssystems durch eine effizientere Nutzung der Infrastruktur und durch die Nutzung der Möglichkeiten von Elektrifizierung, Digitalisierung und Automatisierung verbessert werden kann.

Klima- und Verkehrssicherheitsziele, Klimawandel und externe Bedrohungen

Um die Klimaziele langfristig zu erreichen, ist eine weitere rasche Elektrifizierung von größter Bedeutung, und zur Erreichung der Verkehrssicherheitsziele sind u. a. getrennte Fahrspuren für Straßen und Geschwindigkeitsüberwachung erforderlich. Außerdem sind verstärkte Maßnahmen erforderlich, um die Folgen extremer Wetterbedingungen zu verringern.

"Wir müssen uns besser auf eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur im Krisenfall vorbereiten und unsere Fähigkeit verbessern, mit anderen Akteuren zusammenzuarbeiten, was wir heute auch in unseren Dokumenten dargelegt haben", so Roberto Maiorana.

Es müssen Prioritäten gesetzt werden - Entscheidungen über Investitionen, wenn Kosten und Nutzen gut untersucht sind

Wie bereits hervorgehoben wurde, wird die Anzahl der Objekte, die bereits im aktuellen nationalen Plan enthalten sind, den Raum für künftige Planungszeiträume beeinflussen. Die Überarbeitung des Plans erfordert daher eine sehr strenge Prioritätensetzung.

Um eine größere sozioökonomische Effizienz zu gewährleisten, ist es wichtig, dass Entscheidungen über Projekte erst dann getroffen werden, wenn die Kosten und der Nutzen gut analysiert worden sind. Die Objekte müssen auch neu bewertet werden, wenn sich Nutzen, Zeit und Kosten erheblich ändern.

"Auch Trafikverket arbeitet intensiv daran, die Kosten für den Bau und die Instandhaltung der Infrastruktur zu rationalisieren und zu senken", sagt Generaldirektor Roberto Maiorana. "In der gesamten Branche gibt es Möglichkeiten, effizienter zu arbeiten und dadurch Mittel freizusetzen", fährt er fort.

Erklärung der Regierung

"Trafikverket hat eine solide Grundlage vorgelegt, die die Regierung nun prüfen und analysieren wird. Für die Regierung ist es vorrangig, die vorhandene Infrastruktur weiter zu verbessern, zu reparieren, wo es nötig ist, und unsere gemeinsamen Ressourcen bestmöglich zu verwalten. Es geht also darum, sowohl das zu schützen, was wir bereits gebaut haben, als auch dort, wo es nötig ist, in neue Infrastruktur zu investieren", so der Minister für Infrastruktur und Wohnungsbau Andreas Carlson.

Im Juni 2023 begann die Regierung mit der Ausarbeitung eines neuen Plans für die schwedische Verkehrsinfrastruktur, indem sie zunächst Trafikverket beauftragte, eine Grundlage für die kommende Planungsperiode 2026-2037 zu erarbeiten.

Dabei ging es vor allem darum, der Regierung eine Grundlage für die Einschätzung zu liefern, wie groß der Finanzrahmen für diesen Bereich in den nächsten zwölf Jahren sein sollte und wie die Mittel zwischen Instandhaltung und Investition sowie Weiterentwicklung der Infrastruktur verteilt werden sollten. Der Auftrag umfasste auch die Durchführung einer intermodalen Analyse für eine besser entwickelte und koordinierte langfristige Infrastrukturplanung.

Die Daten werden die Grundlage für ein Infrastrukturgesetz bilden, das die Regierung dem Reichstag im Herbst 2024 vorlegen will und in dem es um die Entwicklung und Verwaltung der staatlichen Infrastruktur geht.

Sobald das Parlament über den Finanzrahmen entschieden hat, folgt die Aktionsplanung mit dem Ziel, einen neuen verkehrsträgerübergreifenden nationalen Plan für die Verkehrsinfrastruktur und Bezirkspläne für die regionale Verkehrsinfrastruktur zu erstellen.

Das von Trafikverket vorgelegte Strategiepapier wird nun an Behörden, Regionen sowie Industrie- und Interessenverbände weitergeleitet.

WKZ, Bengt Dahlberg, Marita Siebeneichner, Quelle Regierung, Trafikverket

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