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Freitag, 04 Mai 2018 07:05

Estland/Lettland/Litauen: Verkehrsminister genehmigen Designrichtlinien der Rail Baltica

Das Ministerium für Wirtschaft und Kommunikation Estlands, das Verkehrsministerium Lettlands und das Ministerium für Verkehr und Kommunikation Litauens haben am 03.05.18 die Designrichtlinien für die Rail Baltica genehmigt, die für Entwurf, Bau und Betrieb der Infrastruktur verbindlich sind. Das Handbuch "Design Guidelines" wurde von der französischen Firma SYSTRA S.A. erstellt, einer Beratungs- und Ingenieurgruppe, die zuvor in einem offenen Wettbewerb mit der Entwicklung einheitlicher Designrichtlinien für das "Rail Baltica Global Project" beauftragt wurde.

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Das Handbuch legt die wichtigsten Anforderungen und Normen für die Rail Baltica fest: Linienführung, Gleise, Bahndämme und Erdarbeiten, Hydraulik, Entwässerung, Durchlässe, Brücken, Überführungen, Tunnel und ähnliche Bauwerke, Energie, Zugsteuerung/Zugsicherung, Telekommunikation, Überwachungs- und Datenerfassung (SCADA), Infrastrukturanlagen (Bahnhöfe, Übergänge, Überholgleise), Fahrgastbahnsteige, Umweltanforderungen, Anpassung an den Klimawandel, BIM-Anforderungen (Building Information Modeling), Anforderungen an Architektur und Umgebung (visuelle Gestaltung), Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit sowie Wartbarkeit und Sicherheit (RAMS).

"Die Genehmigung der Planungsrichtlinien für das Projekt Rail Baltica war einer der wesentlichen Meilensteine für die Umsetzung des Projekts und für die Erfüllung der Verpflichtungen, die im Rahmen der mit der INEA (Innovation and Networks Executive Agency) unterzeichneten Finanzhilfevereinbarung eingegangen wurden. Das Design Guidelines Manual ist ein wichtiges Instrument für die Planung der Rail Baltica Infrastruktur, die gerade erst begonnen hat. Wir sind davon überzeugt, dass unser Auftragnehmer SYSTRA für eine kosteneffiziente, moderne und sichere Planung und Errichtung der Rail Baltica-Infrastruktur die langfristige Vision geliefert und die beste EU-Praxis integriert hat", erläutert Baiba Rubesa, CEO und Vorstandsvorsitzende des mit der Durchführung zum Bau beauftragten Joint-Ventures RB Rail ASl.

Bei der Festlegung der wichtigsten Entwurfsparameter wurde untersucht, wie der Eisenbahninfrastruktur mehr Wert verliehen, aber immer noch den technischen Spezifikationen der EU für die Interoperabilität (TSI - P2, F1) entsprochen werden kann. Daher wurde - im Unterschied zu frühreren Planungen - vereinbart, die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit für Personenzüge auf 249 km/h zu erhöhen (die maximale Betriebsgeschwindigkeit beträgt 234 km/h). Die Achslast beträgt 25 t und die maximale Güterzuglänge 1050 m. Möglichkeiten für Ausnahmen sind in begründeten Fällen vorgesehen.

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Das Handbuch der Designrichtlinien (Design Guidelines) legt die folgenden Schlüsselparameter des Rail Baltica Global Project fest:

• bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit für Personenzüge 249 km/h, für Güterzüge 120 km/h
• maximale Länge für Güterzüge 1050 m
• maximale Achslast 25 t
• keine Bahnübergang mit Straßen und keine Übergänge mit Schienen von 1520 mm Spurweite, es sei denn, es gibt keine anderen Lösungen
• Zugänge für Wartungs- und Rettungsdienste zur Hauptstrecke alle zwei bis drei Kilometer sowie in bestimmten Gebieten
• Schotteroberbau
• Stromversorgung 2x25kV
• ERTMS Level 2, Baseline 3

Die Planungsrichtlinien werden es ermöglichen, die Interoperabilität der Rail Baltica zu gewährleisten und den Planungs- und Bauprozess der Eisenbahn in den drei baltischen Staaten zu beschleunigen.

WKZ, Quelle RB Rail

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