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Donnerstag, 25 Januar 2024 13:10

Schweiz: Kanton Vaud stellt Vision 2050 vor - Ambitionierte und notwendige Linien für einen neuen Pakt für die Schiene

Der Kanton präsentiert die ausgewählten Projekte und die notwendigen Entwicklungen des Schienennetzes bis 2050, um den Modal Split der Schiene zu verdoppeln. Sie sind das Ergebnis der Studien, die unter der Schirmherrschaft der kantonalen Strategie Vision 2050 durchgeführt wurden, für die der Grosse Rat 2020 einen Studienkredit von 11 Millionen Franken bewilligt hat.

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Grafik Kanton Vaud.

Nur durch einen ehrgeizigen Ausbau des Schienenverkehrs kann das Erreichen der Klimaziele mit dem wachsenden Mobilitätsbedarf aufgrund der steigenden Bevölkerungszahl in Einklang gebracht werden. Als Eckpfeiler der kantonalen Mobilitätsstrategie stellt die Vision 2050 somit ein wesentliches Instrument dar, um in Koordination mit dem Bund, den anderen Kantonen und den Gemeinden das Schienennetz der Zukunft zu entwerfen. Sie wird es dem Staatsrat ermöglichen, die Interessen der Waadt und der Westschweiz bei den nächsten Etappen des Ausbaus der Bahninfrastruktur zu verteidigen.

In einem Kontext, in dem die Mobilität 40% der kantonalen CO2-Emissionen ausmacht, steht der Kanton Waadt vor der doppelten Herausforderung, diese Emissionen reduzieren zu müssen, um seine Klimaverpflichtungen einzuhalten, und gleichzeitig einem steigenden Mobilitätsbedarf gerecht werden zu müssen. Der Staatsrat verfolgt daher seit mehreren Jahren einen proaktiven Ansatz zur Förderung einer multimodalen und nachhaltigeren Mobilität, um auch unseren wirtschaftlichen Wohlstand zu sichern. Die Schiene, die unbestrittenermassen den geringsten Energieaufwand pro Reisenden und pro Tonne transportierter Güter aufweist, muss in der Lage sein, die in den nächsten Jahrzehnten zu erwartende Explosion der Nachfrage zu bewältigen. Die kantonale Eisenbahnstrategie legt daher eine kohärente Vision für die Entwicklung der Eisenbahn auf dem gesamten Kantonsgebiet bis 2050 dar, mit dem Ziel, leistungsfähige Verbindungen mit der übrigen Schweiz und den Nachbarländern zu gewährleisten.

Von der strategischen Vision ...

Die Erhöhung des Modal Split-Anteils der Schiene muss über eine allgemeine Erhöhung des Angebots und der Kapazitäten erfolgen. Der Kanton Waadt hat nicht nur die Verantwortung, Vorschläge für das regionale Angebot zu machen, für das er direkt verantwortlich ist, sondern auch für das nationale und internationale Angebot. Als Epizentrum des Westschweizer Schienennetzes liegt das Waadtländer Netz am Zusammenfluss der Hauptlinien dieses Landes, aber auch im Zentrum der Verbindungen zwischen Frankreich und Italien.

Auf nationaler Ebene erinnert die Vision 2050 an die Notwendigkeit, die Fahrzeit zwischen Lausanne und Bern zu verkürzen, um ein Abhängen der Westschweiz vom deutschsprachigen Netz und die Schaffung eines Eisenbahnnetzes mit zwei Geschwindigkeiten zu verhindern. Diese Herausforderung geht einher mit der Notwendigkeit für die Genfersee-Metropole, die Kapazitäten auf der Achse Lausanne - Genf sowie auf den Achsen am Jurafuss und am Simplon stark zu erhöhen.

Auf regionaler Ebene muss das Bahnangebot bis 2050 auf dem gesamten Waadtländer Netz einen 30-Minuten-Takt anbieten. In den Agglomerationen und entlang der Achsen mit hoher Nachfrage soll dieser Takt sogar auf 15 Minuten verkürzt werden. Diese Entwicklung muss zudem mit leistungsfähigen Verbindungen zwischen allen regionalen Zentren des Kantons und einer Feinerschliessung des gesamten Territoriums, insbesondere der Bergregionen, einhergehen.

... zu den unerlässlichen Infrastrukturen

In einem heute stark gesättigten Netz können diese unverzichtbaren Angebotssprünge und Kapazitätssteigerungen nicht ohne den Bau zusätzlicher Infrastrukturen auf allen Strecken, die zum Eisenbahnknoten Lausanne führen, verwirklicht werden: Jurafuss, Genf, Simplon. Vision 2050 ermöglicht es, mehrere Projekte zu identifizieren, die nicht nur für den Kanton, sondern im weiteren Sinne für die ganze Schweiz von zentraler Bedeutung sind, um der Bahn zu ermöglichen, ihren Modal Split zu verdoppeln.

Der Bahnhof Lausanne, das Herzstück des Westschweizer Schienennetzes, muss nach Abschluss der aktuellen Arbeiten zunächst eine echte Kapazitätserweiterung mit neuen unterirdischen Bahnsteigen erfahren. Ohne diese neuen Gleise wäre der Bahnhof völlig überlastet und würde keine Flexibilität bei der Gestaltung der Fahrpläne bieten, was das gesamte Bahnsystem lahmlegen könnte. Um die Kapazität zwischen Lausanne und Genf zu erhöhen, muss eine zweite Bahnlinie mit einer anderen Streckenführung als die bestehende geschaffen werden, damit bei Zwischenfällen eine alternative Strecke zur Verfügung steht und das regionale Angebot weiter ausgebaut werden kann, ohne den Fernverkehr zu beeinträchtigen. Auf der Simplonlinie erfordert die Erhöhung der Kapazität die Schaffung neuer Infrastrukturen, insbesondere eines Tunnels zwischen Lausanne und Vevey. Um einen Absturz des Westschweizer Systems mit Anschlussunterbrechungen in Bern zu vermeiden, erfordert die Verkürzung der Reisezeit zwischen den Ufern des Genfersees und der Schweizer Hauptstadt zudem den Bau einer neuen Linie, wie sie bereits vom Bundesparlament identifiziert wurde.

Zusätzlich zu diesen Infrastrukturen von nationaler Bedeutung sind weitere Ausbauten zur Entwicklung des regionalen Angebots notwendig, um die Ziele der Strategie zu erreichen, insbesondere neue Linien zwischen Cheseaux und Renens, zwischen Bex und Monthey oder auch zwischen Vevey und Châtel-St-Denis.

Investitionen für den nationalen Wohlstand

Die in dieser Strategie festgelegten Schwerpunkte und Aktionen werden es dem Staatsrat ermöglichen, seine Projekte im Rahmen der künftigen, vom Bund geleiteten Programme zur strategischen Entwicklung des Bahnangebots zu verteidigen. Die Regierung wird alles daran setzen, dass ihre Absichten in den nächsten Ausbaustufen in enger Zusammenarbeit mit den anderen Westschweizer Kantonen und der waadtländischen Deputation in den eidgenössischen Räten umgesetzt werden. Abgesehen von den klimatischen Aspekten sind die in dieser Vision verankerten Entwicklungen auch für die Gewährleistung des kantonalen und nationalen Zusammenhalts sowie für die Attraktivität und die wirtschaftliche Vitalität des Kantons und des Landes von entscheidender Bedeutung.

Dokumente

Support für die Präsentation
Kantonale Eisenbahnstrategie (fr)
Kantonale Eisenbahnstrategie (Synthese)

WKZ, Quelle Informations- und Kommunikationsbüro des Kantons Waadt

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