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Mittwoch, 16 Mai 2018 10:00

Schweiz: 50 Jahre Sernftal ohne Bahn - aber nicht ganz

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Bald sind es 50 Jahre, dass die elektrische Schmalspurbahn von Schwanden nach Elm im Schweizer Kanton Glarus eingestellt und durch einen Busbetrieb des gleichen Unternehmens ersetzt wurde. Von 1905 bis 1969 diente die Sernftalbahn (SeTB) der Entwicklung dieser Gebirgsregion abseits der großen Ballungsräume.

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Die meterspurige Strecke war 13,8 km lang, die Fahrleitungsspannung betrug 800 Volt Gleichspannung und wie es sich für eine "Gebirgsbahn" gehört war eine maximale Steigung von 68%o zu bewältigen.

Zur "besten" Zeit, in den 1950er Jahren, verfügte diese kleine Bahn über immerhin 8 Triebwagen, 5 Beiwagen und 16 Güterwaggons. Appropos 1950er Jahre - obwohl immer wieder als Bahn in Frage gestellt, wurden noch 1949 drei hochmoderne Großraumtriebwagen beschafft, von den zwei auich heute wieder eine Rolle spielen.

Als 1969 die Uhr der Sernftalbahn abgelaufen war, wurde der vorhandene Fahrpark entweder verkauft oder verschrottet. Die Hochbauten der Bahn - Bahnhöfe, Güterschuppen und Remisen wurden vom Unternehmen für den Busbetrieb weiter genutzt.

Bemerkenswert, im Vergleich zu anderen eingestellten Bahnen, ist die Tatsache, dass die Sernftalbahn in den Herzen der Talbewohner einen Platz behalten hat, obwohl nur wenig an die Bahn erinnerte. So lag es auf der Hand, dass sich der "Verein Sernftalbahn" mit dem Ziel gründete, die Erinnerung an diese liebenswerte Lokalbahn wach zu halten. Innerhalb weniger Jahre konnte der 2006 gegründete Verein beachtliches schaffen:

- 2009 Errichtung des Sernftalbahn Museum im Bahnhof Engi Vorderdorf
- 2017 Erwerb der beiden SeTB Großraumtriebwagen 5 und 6 von Stern & Hafferl
- 2017 Baurechtsvertrag für das Bahnhofgelände von Elm zur Nutzung als neues Museumsquartier

Große Schritte eines kleinen Vereins werfen ihre Schatten voraus. 2018 sollen am Bf.Elm wieder Gleise verlegt werden und das Museum von Engi hierher übersiedelt werden. Die Fahrzeuge können künftig unter Dach gesichert abgestellt und somit langfristig gesichert werden.

Das Bahnhofensamble wurde bereits als Ganzes unter Schutz gestellt und es ist dem rührigen Verein zu wünschen, dass sich die Pläne nach Zusammenführung aller noch existenten SeTB Fahrzeuge, einem bescheidenen elektrischen Fahrbetrieb und der umfänglichen Gestaltung des seinerzeitigen Endbahnhofes Elm, in baldige Erfüllung gehen.

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