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Samstag, 06 April 2024 15:00

Schweiz: IG Tösstallinie möchte Verlängerung der S26 nach Rapperswil und Reduzierung der Umsteigezeit in Rüti

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Foto Roland zh/CC BY-SA 3.0, SBB.

Die IG-Tösstallinie hat zum ZVV-Fahrplan 2025-26 fristgerecht zwei Begehren gestellt und den Tösstalbahn-Gemeinden zur Beurteilung zugestellt.

Reduzierung der abendlichen 21-/23-minütigen Umsteigezeit in Rüti/ZH

Heute betragen die Umsteigezeiten in Rüti von der S15 (von Zürich her) tagsüber 3 Minuten und von der S5 (von Pfäffikon/SZ her) 7 Minuten. Abends ab 20.00 Uhr sieht der Fahrplan ganz anders aus: Auf dem Streckenabschnitt Rüti – Wald – Bauma verkehrt am Abend statt der S26-Bahn die VZO-Buslinie 854. Die VZO-Buslinie hat in Rüti nicht dieselben Abfahrtszeiten wie die Bahn. Diese sind um 15 Minuten verschoben. Dadurch entstehen in Rüti längere Umsteige- resp. Wartezeiten:

• von Zürich her jeweils 21 Minuten von der S15 auf die S26 und
• von Rapperswil her eine solche von 23 Minuten von der S5 auf die S26.

Damit werden alle abendlichen Rückreisen mit Fernverkehrszügen von Genf, Lausanne, Bern, Basel, Luzern usw. via Zürich, aber auch von Glarus und Chur, etc., sehr unatt-raktiv. Das Warten auf den kahlen Bahnperrons von Rüti ist wenig einladend.

Aus der Sicht der IG Tösstallinie bieten sich folgende Lösungsansätze zur Verkürzung der langen Wartezeiten in Rüti/ZH an:

• Verschiebung der Abfahrtszeiten der Bus-Kurse (Linie 854) abends um 15 Minuten Richtung Wald – Gibswil – Bauma (Rüti ab xx.11/xx.41)

• Einsatz von halbstündlichen Zwischenkursen der Linie 854 (Linie 854A), Rüti ab ca. xx.11/xx.13 und xx 41/xx.43., d.h. wie die S26.

• Rückverlegung der abendlichen Buskurse Rüti/ZH – Wald – Bauma und Bauma – Wald – Rüti/ZH auf die Schiene in der Fahrlage derS26.

• Eventuell andere ZVV-Lösungen

Die IG erwartet vom ZVV, dass er die seit Jahren bestehende unakzeptable Situation im Sinne der Fahrgäste anpasst und die unmöglichen Wartezeiten verkürzt.

Verlängerung der S26 von Rüti bis Rapperswil

Die IG Tösstallinie setzt sich seit Jahren, d.h. seit mindestens 2013, dafür ein, dass die Tösstalzüge wieder – wie früher – nach Rapperswil geführt werden – nämlich an den wichtigen Bahnknoten mit Anschlüssen nach allen Richtungen. Der ZVV trat auf dieses leicht verständliche Begehren nicht ein. Die Begründung war, dass mit dem ¼-h-Takt auf der Glattallinie die Anschlüsse vom Tösstal nach Rapperswil genügend seien.

Fakt ist: Die Tösstalzüge stehen in Rüti stets 25 Minuten (sinnlos) herum. Diese Zeit ge-nügt, um nach Rapperswil und wieder zurückfahren zu können. Das ist sogar mit der be-stehenden Einspur Rüti – Jona möglich.

Weil auf der Tösstallinie infolge der speziellen Infrastruktur kein exakter Halbstundentakt möglich ist, ergibt sich in Rüti in Richtung Rapperswil ein Halt von sechs Minuten und in Richtung Wald von drei Minuten. Die Erfahrung zeigt, dass der Wegfall eines Umsteige-Vorganges eine Steigerung der Fahrgastzahlen von bis zu 50 Prozent zur Folge hat. Das fällt vor allem bei Fahrgästen mit Gepäck, Kinderwagen, Velo, etc. und vor allem bei Fahr-gästen mit eingeschränkter Mobilität stark ins Gewicht. Es ist also in jedem Fall wirtschaftlich, wenn überlange Wendezeiten in «Fahr»-Zeiten umgewandelt werden. Das Personal ist in der Regel vorhanden und die zusätzlichen Betriebskosten sind minim.

Die IG Tösstallinie hat das Begehren bereits ausserhalb des Fahrplanverfahrens den SBB unterbreitet. Freundlicherweise haben die SBB das Begehren geprüft. In einer ers-ten Prüfung kam die SBB zu einem negativen Entscheid, weil zum fraglichen Zeitpunkt in Rapperswil alle Perrons besetzt sind. Das trifft tatsächlich zu. Allerdings zeigte ein Au-genschein in Rappersswil, dass der voll ausgerüstete Perron 7 unbenützt dasteht – ohne jegliche Funktion. Zudem existiert auf der anderen Bahnhofseite, beim Güterschuppen, ebenfalls ein voll ausgerüsteter Perron, der nicht benützt wird. Dieser Perron 0 ist heute allerdings ohne Fahrdraht – aus welchen Gründen auch immer. Mit der Montage der Fahrleitung kann er für die Tösstaler-Züge benutzt werden.

Gemeinderat Wald unterstützt beide Anträge

Der Gemeinderat Wald hat am 25. März 2024 die Begehren geprüft und unterstützt diese zuhanden der Regionalen Verkehrskonferenz (RVK), die im April stattfindet.

Die IG Tösstallinie hofft, dass auch alle anderen Tösstalbahn-Gemeinden diese beiden Begehren unterstützen.

Beilagen

Fahrplan-Eingabe der IG Tösstallinie vom 19. März 2024
Zustimmende Stellungnahme der Gemeinderates Wald vom 4. April 2024

Pressemeldung IG Tösstallinie: Paul Stopper, Präsident , Uster

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