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Donnerstag, 17 Mai 2018 08:15

Polen: Bauarbeiten beeinträchtigen massiv die Fahrgastzahlen

Polen konnte in den letzten Jahren durch den Kauf von neuem Rollmaterial und der Verbesserung der Infrastruktur stetig steigende Fahrgastzahlen aufweisen. Nach Angaben des Büros für Schienenverkehr UTK nutzten 2017 fast 304 Mio. Fahrgäste die Dienste aller Unternehmen - die höchste Zahl seit 15 Jahren. Aber die gute Serie wird durch Bauarbeiten und damit verbundene Einschränkungen im Regionalverkehr unterbrochen, seit Beginn dieses Jahres ist die Zahl der Passagiere deutlich zurückgegangen.

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Entwicklung der Fahrgastzahlen Januar-Dezember in den Jahren 2016, 2017 und 2018. Grafik UTK.

Im ersten Quartal 2018 beförderten die Bahngesellschaften etwas über 72 Mio. Passagiere. Dieser Wert liegt um 4,7% niedriger als im Vorjahr. Die größten Rückgänge verzeichneten die großen Regionalgesellschaften Koleje Mazowieckie (fast 2 Mio. Reisende weniger oder -12%), Szybka Kolej Miejska in Warschau (2,1 Mio. Reisende weniger oder sogar 35%) und der Regionalverkehr Przewozy Regionalne (1,6 Mio. oder 8% weniger).

Dem standen einige kleinere Transportunternehmen, die den Selbstverwaltungen der Woiwodschaften angehören, mit Zuwächsen gegenüber. Sie haben in letzter Zeit stark in rollendes Material investiert und entwickeln sich ständig weiter, wie z.B. Koleje Śląskie, Dolnośląskie, Wielkopolskie oder Małopolskie. Doch die Gewinne der kleinen Gesellschaften überwiegen nicht die großen Verluste der größten Akteure.

Auch PKP Intercity konnte in den ersten drei Monaten des Jahres einen Anstieg der Passagierzahlen um 5% verzeichnen.

Wie die Gazeta Prawna schreibt, liegen die Gründe in der ineffektiven Modernisierung der Infrastruktur einiger Ballungsgebiete. So musste der Vorortverkehr auf der Strecke Warschau - Grodzisk Mazowiecki im September letzten Jahres komplett eingestellt werden, wovon Koleje Mazowieckie und SKM betroffen waren. Verzögerungen im Bereich des Warschauer Bahnhofs Włochy, wo die Strecke nach Błonie und Sochaczew abzweigt, können sogar dazu führen, dass der Fertigstellungstermin 01.09.18 nicht eingehalten werden kann.

Es heisst, der Rückgang der Fahrgastzahlen könnte geringer ausfallen, wenn PKP Polskie Linie Kolejowe die Arbeiten schonender und effizienter durchführen würde. Bis 2023 will PKP PLK einen Rekordwert von 66 Mrd. PLN (15 Mrd. Euro) für den Wiederaufbau von Strecken aufwenden, so in die Magistralen von der Hauptstadt nach Lublin und Posen. Die größte Belastung für die Reisenden dürfte der Wiederaufbau der Durchmesserlinie in Warschau (Linia średnicowa) sein, der für 2020-2023 geplant ist.

Hans-Jürgen Schulz, WKZ, Quelle Gazeta Prawna

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Letzte Änderung am Donnerstag, 17 Mai 2018 10:15

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