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Freitag, 12 April 2024 15:00

Niederlande: Die Elna-5 Nr. 152 bei der MBS

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Nachdem die TWE 152, eine "ELNA 5" am 9. Dezember 2023 von der Museum Buurtspoorweg (MBS) nach einer über zweijährigen Untersuchung feierlich in Betrieb genommen worden war, wurde am Samstag, dem 6. April, im Rahmen einer privaten Veranstaltung die Uhr in die 1950er Jahre zurückgedreht. Sevrien Ferrée, selbst Mitarbeiter bei der MBS, erwies sich einmal mehr als hervorragender Organisator. Die Fahrt war bis ins kleinste Detail perfekt vorbereitet.

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Der Zug bestand aus passenden deutschen Lokalbahnwagen, später am Tag ergänzt durch einige Güterwagen, beides historisch korrekte Zugkompositionen. Mopeds und Autos aus dieser Zeit belebten die Szene.

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Außerdem waren Begegnungen mit dem "Wismarer Schienenbus" KDH T1 vorgesehen, der 1936 von der Triebwagen- und Waggonfabrik Wismar mit der Fabriknummer 20256 im Auftrag der Kleinbahn Delmenhorst-Harpstedt gebaut wurde. Dieser Schienenbus mit zwei Benzinmotoren - einer für jede Richtung - wurde 1949 in T148 umgezeichnet, entsprechend dem Nummernschema des Niedersächsischen Landeseisenbahnamtes (NLEA), zu dem die KDH gehörte. Im Jahr 1955 wurde die KDH in Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahn (DHE) umbenannt.

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Sevrien hatte sogar das Wetter im Griff. Drei Samstage waren ausgewählt worden, wobei den Teilnehmern drei Tage im Voraus mitgeteilt wurde, ob die Bedingungen gut genug waren zu fahren. Selbstverständlich erforderte das eine gewisse Flexibilität, aber das Ergebnis war dementsprechend.

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1921 begann in Deutschland eine neue Entwicklung im Dampflokomotivbau für private Lokalbahnen. In diesem Zusammenhang arbeiteten verschiedene Lokomotivfabriken zusammen. Es wurde eine Reihe von Lokomotivtypen unterschiedlicher Größe, Gewicht, Achsfolge, Leistung und Geschwindigkeit konstruiert, die jedoch weitgehend aus gleichen Teilen zusammengesetzt waren. Es handelte sich also um eine Standardisierung von Loks und Teilen mit dem Ziel, schwerere Züge, höhere Geschwindigkeiten, niedrigere Produktionskosten, eine schnellere Produktion, kleinere Teilebestände und eine billigere Wartung zu erreichen. Der Name, unter dem die Lokomotiven dieser Bauart bis heute fortleben, ist die Abkürzung des Komitees, das dieses Programm konzipierte: der Engere Lokomotiv-Normen-Ausschuss (ELNA).

Die 1'C-h2t der Museum Buurtspoorweg (MBS) ist vom Typ ELNA 5. 1927 wurde sie bei Henschel & Sohn in Kassel mit Fabriknummer 20818 gebaut und bei der Teutoburger Wald-Eisenbahn (TWE) unter der Nummer 19 in Dienst gestellt. Nach dem Krieg wurde sie in TWE 152 umbezeichnet. Die Maschine wurde 1956 an die Kleinbahn Kaldenkirchen-Brüggen, direkt jenseits der Grenze bei Venlo, verkauft. Nachdem sie 1959 einige Tage auf der Kleinbahn Beuel-Großenbusch im Einsatz war, kam sie im April desselben Jahres zur Jülicher Kreisbahn, nordöstlich von Aachen. Hier war sie, immer noch unter der gleichen Nummer 152, bis 1972 im Einsatz.

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Im selben Jahr kam die Lokomotive unter der Nummer 3, als größte Dampflokomotive der MBS-Sammlung, nach Haaksbergen. Im Jahr 1973 stand sie nur einmal unter Dampf, bevor sie 1975 in die Werkstatt der Bentheimer Eisenbahn (BE) in Neuenhaus (nahe der Grenze bei Ootmarsum) überführt wurde. Dort begannen die Mitarbeiter der MBS mit der Generalüberholung. Als jedoch 1977 die finanziellen Mittel erschöpft waren und die BE eigene Werkstatträume benötigte, wurden die Arbeiten eingestellt und die teilüberholte Lokomotive nach Haaksbergen überführt. Dort stand sie mangels Lagerraums viele Jahre lang unter einer Plane im Freien, dem Wetter ausgesetzt. Später, als ein Romney-Schuppen (ein Nachfolger der Nissen-Hütte) in Boekelo gebaut wurde (inzwischen durch eine permanente Halle ersetzt), wurde sie dort untergebracht.

Im Jahr 1993 wurde die Aufarbeitung im eigenen Haus wieder aufgenommen und fast zwei Jahre später sah die Lok, wenn auch in schwarz-blau, wieder prächtig aus. Sie wurde 1995 bei der MBS unter der Nummer 5 in Dienst gestellt, was auf die Typenbezeichnung "ELNA 5" hinweist. Inzwischen hält die MBS jedoch so weit wie möglich an der historischen Nummerierung und Farbgebung fest, auch für Fahrzeuge aus Deutschland. Bei der Zwischenüberholung im Winter 2011/2012 bekam die Lok daher TWE 152-Schilder und es wurden einige Lackierarbeiten durchgeführt. Dazu gehörte die Neulackierung der Pufferbohlen sowie der Kesselbänder.
Die Lok wurde Ende 2015 für eine Kesselrevision vorbereitet. Der Kessel wurde bei Stork Thermeq in Hengelo mit einer neuen Rauchkammer und neuen Rohren ausgestattet und es wurde eine Risskontrolle durchgeführt. Auch wurden ein neuer Rost und eine neue Rauchkammertür angefertigt. 2021 wurde die Lok weiter auseinandergenommen, um eine Generalüberholung durchführen zu können. Dabei wurden alle beweglichen Teile und Armaturen überprüft und gegebenenfalls erneuert. Um das historische Erscheinungsbild wiederherzustellen, wurden auch einige bauliche Veränderungen vorgenommen, z. B. am Kohlenkasten und an den Pufferbohlen. Danach wurde die ELNA in ihren ursprünglichen Farben schwarz und rot wieder in Betrieb genommen.

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