

In Österreich ist von der ansehnlichen Zahl an betriebsfähigen Dampflokomotiven kaum noch etwas übrig geblieben und die Menge nimmt immer weiter ab. Die Zulassung der 52.4984 für das Streckennetz läuft in diesem Jahr ab und wird nach derzeitigem Stand wegen mangelnder Nachfrage nicht verlängert, womit der Einsatz im Netz nicht mehr möglich sein wird.


Obwohl diese Maschine eigentlich keine echte Österreicherin ist, sieht sie seit der Aufarbeitung in den 90er-Jahren zumindest wie eine solche aus. Aus diesem Grund hatten drei Eisenbahnfans den anspruchsvollen Plan ausgearbeitet, diese Lokomotive am 20. und 21. April ein letztes Mal einzusetzen. Zu diesem Zweck wurde die 52.4984 ins Weinviertel gebracht, wo die letzten 52 der ÖBB im Planverkehr unterwegs waren. Die Wahl fiel auf die Zayatalbahn, die heute von der Neuen Landesbahn betrieben wird, mit Mistelbach Lokalbahnhof als Ausgangspunkt. Der derzeitige Endpunkt dieser Strecke ist Prinzendorf-Rannersdorf.


Gefahren wurde mit unterschiedlichen, für diese Region historisch korrekten Zugzusammenstellungen. Neben zwei grünen Wagen wurden auch blau-beige sogenannte Spantenwagen und Güterwagen benutzt. Während die grün lackierten Wagen bis Anfang der 1980-er Jahre im Einsatz waren, fuhren die blau-beige lackierten Wagen bis Ende der 1980-er Jahre. Diese waren schon seit 1957 auf manchen Lokalbahnen anzutreffen, teilweise als Triebwagenersatz.
Das Wetter war sehr wechselhaft, von dichter Bewölkung mit - vor allem am Samstag - starkem Dauerregen bis zu sonnigen Abschnitten.


Die 52.4984
Die sogenannten Kriegslokomotiven der Baureihe 52 der Deutschen Reichsbahn wurden ab 1942 nach dem Vorbild der Baureihe 50 konstruiert. Sie sollten schwere Güterzüge von bis zu 1.200 Tonnen mit 65 km/h auf Strecken in Deutschland und den besetzten Gebieten ziehen, also auch auf Nebenbahnen mit schlechtem Oberbau. Um den Bedürfnissen der Wehrmacht schnellstmöglich gerecht zu werden, wurde gegenüber der Baureihe 50 so viel wie möglich eingespart und vereinfacht. Da die Lokomotiven so einfach wie möglich gebaut wurden, konnten in kurzer Zeit große Serien hergestellt werden. Es wird geschätzt, dass letztendlich mehr als 7.000 Stück gebaut wurden.


Die 52 4984 wurde von der Maschinenbau- und Bahnbedarf AG (vorm. Orenstein & Koppel) in Potsdam-Babelsberg mit der Fabriknummer 14045 gebaut und am 9. Februar 1944 an die Deutsche Reichsbahn, Reichsbahndirektion Osten mit Sitz in Frankfurt/Oder abgeliefert. Bereits am 28.03.1944 gelangte die 52er als Leihlok zu den Bulgarischen Staatsbahnen BDŽ und 1947/48 zu den Jugoslawischen Staatsbahnen (JDŽ, ab 1953 JŽ). Danach wurde die Maschine in Belgrad ausgebessert und von 52 4984 in 33-227 umgezeichnet. Ihre Heimatdepots waren Zidani Most und Niš-Crveni Krst.


Die letzte Hauptausbesserung fand 1974 statt. Danach wurde die Lok in Kosovo Polje als strategische Reserve abgestellt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die Lok bei den JŽ über 1.180.000 km zurückgelegt! Erst 1991 wurde sie zur Verschrottung freigegeben und ins Stahlwerk Jesenice gebracht. Von dort aus konnte die Lok mit fünf weiteren Lokomotiven der JŽ-Reihe 33 (ÖBB/DR BR 52) zunächst nach Strasshof und am 7. März 1993 weiter nach Knittelfeld überstellt werden. Dort bekam sie als 52.4989 in der Hauptwerkstatt eine Kesselreparatur und eine Rauchkammererneuerung. Schon am 30. November desselben Jahres wurde die Kesseldruckprobe durchgeführt. Im Frühjahr 2003 erhielt die Lok im Werk České Velenice eine erneute Kesseluntersuchung.


Am 17. Februar 2009 endete durch den Verkauf der 52.4984 seitens der ÖBB an den Verband der Eisenbahn-Akademiker (VdEA) die Normalspur-Dampfära bei der ÖBB. Nach dem Verkauf wurde die Lok im Sommer 2010 nach Mistelbach überführt, wo sie weiter bei Nostalgiefahrten eingesetzt wurde.
Seit diesem Zeitpunkt bemühten sich der VdEA und das “Lokteam” gemeinsam um das Wohl der Dampflokomotive 52.4984, wobei der VdEA für die Einsätze und das “Lokteam“ für die Betreuung der Maschine verantwortlich war. Anfang des Jahres 2015 beschloss der VdEA jedoch, die 52.4984 zu verkaufen und somit wurde das “Lokteam – Verein zum Erhalt und Betrieb des Dampftriebfahrzeugs 52.4984“ - der neue offizielle Eigentümer. Bereits am 17.Oktober 2014 wurde die Lok nach Trumau in ihr neues Domizil überführt.


Am 17.April 2019 wurde sie nach erforderlichen Arbeiten am Kessel erstmals nach langer Zeit wieder unter Dampf gesetzt und seit dem 19.September 2019 ist die 52.4989 wieder voll einsatzbereit.
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