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Mittwoch, 23 Mai 2018 07:05

Frankreich: Die Regierung will 35 Mrd. Euro SNCF-Schulden bis 2022 übernehmen

Wie das Wirtschaftsblatt Les Echos berichtet, will die Regierungen das künftige Unternehmen einer Aktiengesellschaft SNCF um rund 35 Mrd. Euro von den derzeit 47 Mrd. Euro schulden entlasten. Danach würde sich diese teilweise Übernahme in zwei Phasen vollziehen: einem ersten Teil im Jahr 2020 und einem zweiten im Jahr 2022. Die Entwicklung der SNCF-Sparten hin zu Aktiengesellschaften verpflichtet auch SNCF Réseau dazu, die Schulden unter 10 bis 12 Mrd. Euro zu halten.

Die Regierung will das Eisenbahnsystem bis 2022 wieder ins finanzielle Gleichgewicht bringen, "indem die Schuldenlast reduziert, die Produktivität von SNCF Réseau erhöht und der finanzielle Beitrag von SNCF Mobilités vergrößert wird", erklärt Les Echos.

Konkret will der Staat die mit der Verschuldung von SNCF Réseau verbundenen Zinsen reduzieren, die jährlich 1,5 Mrd. Euro betragen. Der Leistungsvertrag von SNCF Mobilités mit dem Staat sieht bereits Produktivitäts- und Sparanstrengungen vor, die bis 2026 schrittweise auf 2,3 Mrd. Euro pro Jahr ansteigen sollen. Dieser Vertrag soll überarbeitet werden, um dieses Ziel auf 3 Mrd. Euro zu erhöhen. Von diesen zusätzlichen 700 Mio. Euro werden 200 Mio. aus Einsparungen bei den Gemeinkosten, 200 Mio. aus der Einsatzvielseitigkeit in Eisenbahnberufen und weitere 200 Mio. aus neuen Produktivitätsanstrengungen erwartet. Der Restbetrag soll bis zum Abbau des Eisenbahner-Statuts, der ab 2020 jährlich 10 bis 15 Mio. zusätzliche Einsparungen bringen wird, von der Regierung bereitgestellt werden.

Der Abbau der Schulden - zumindest teilweise - gehörte auch zu den Forderungen der Gewerkschaften, die am Mittwoch und Donnerstag die elfte Episode des Streiks durchführen, der am 3. April begann und bis zum 28. Juni geplant ist. Der Streik wird die SNCF "bis zu 350 oder 400 Mio. Euro kosten", sagte SNCF-Chef Guillaume Pepy auf CNews.

Premierminister Édouard Philippe wird sich trotz der am 23.05.18 schon beginnenden Prüfung des Textes im Senat noch einmal am Freitag mit den gemäßigten Gewerkschaften CFDT und Unsa treffen, um zu versuchen, mit nachträglichen Änderungen im Gesetz den sozialen Konflikt abzubauen. Dazu gehören ein geringerer Anstieg der Trassengebühren in den kommenden Jahren und ein Anstieg der Investitionen in die Erneuerung des Netzes. Die Regierung besteht jedoch weiterhin darauf, dass im Fall einer verlorenen Ausschreibung bestimmte Eisenbahner zwangsläufig an den neuen Betreiber übergeben werden müssen. Ebenfalls berücksichtigt werden könnten noch Einwände der Senatoren bezüglich der Anbindung der Regionen durch die "kleinen Linien".

WKZ, Quelle Le Figaro, Les Echos

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Letzte Änderung am Mittwoch, 23 Mai 2018 08:39

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