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Mittwoch, 23 Mai 2018 13:27

Schweiz: VöV stellt Strategie zum Schienengüterverkehr vor

Die Rahmenbedingungen für den Schweizerischen Schienengüterverkehr haben sich in letzter Zeit grundlegend gewandelt. Gesellschaftliche, technologische und ökonomische Veränderungen stellen den Schienengüterverkehr vor grosse Herausforderungen. Die Kommission Güterverkehr des Verbandes öffentlicher Verkehr (VöV) hat deshalb die Strategie Schienengüterverkehr erarbeitet, mit dem Ziel, den Schienengüterverkehr zu stärken.

Der Güterverkehr befindet sich in einem Wandel: Einerseits steigen die Mengen im Transitverkehr auf der Schiene. Gleichzeitig steht der Binnenverkehr unter Druck.
Die vom Bund (ARE) vorgestellte Entwicklung des gesamten Güterverkehrs – auf der Strasse und der Schiene – bis 2040 sagt steigende Mengen voraus. Diese Verkehrszunahme kann nur bewältigt werden, wenn ein Grossteil des Transportes im Binnen- und im grenzüberschreitenden Güterverkehr auf der Schiene erfolgt.

Gleichzeitig verändern sich auch die Rahmenbedingungen für den Schienengüterverkehr schnell und grundlegend. Zunehmende Kapazitätsengpässe auf der Schiene sowie veränderte Kundenbedürfnisse nach mehr Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit und Flexibilität stellen für die Transportunternehmen grosse Herausforderungen dar.

Deshalb hat der VöV-Vorstand eine neue Strategie Schienengüterverkehr VöV verabschiedet. Darin setzt sich der VöV für eine sinnvolle Zusammenarbeit aller Güterverkehrsarten (Schiene, Strasse, Fluss) ein. «Ziel ist es, den Modalsplit zugunsten der Schiene zu verändern – und zwar dort, wo es volks- und betriebswirtschaftlich sinnvoll ist», erläutert Ueli Stückelberger, Direktor VöV. Hans-Peter Hadorn, Präsident Kommission Güterverkehr ergänzt: «Die besten Lösungen ergeben sich in Zusammenarbeit mit Kunden. Mit der Gründung der Interessengemeinschaft Wagenladungsverkehr IG WLV haben wir bereits den ersten Grundstein dafür gelegt». Ziel der IG WLV ist es, die Effizienz und damit die Wettbewerbsfähigkeit des Wagenladungsverkehrs zu verbessern. Die IG WLV besteht aus dem Verband der Verladenden Wirtschaft (VAP) sowie dem Verband öffentlicher Verkehr (VöV) und SBB Cargo.

VöV fordert faire Rahmenbedingungen für den Schienengüterverkehr

Der Schienengüterverkehr benötigt zwingend ausreichende Trassen in einer guten Qualität und zu einem fairen Preis. Nur so sind seine Produkte konkurrenzfähig. Deshalb muss die Infrastruktur ausgebaut werden und sind die Trassenpreise anzupassen. Mit grosser Zustimmung betrachtet der VöV die Entwicklung zum Masterplan Schiene in Deutschland und die hierbei ab 2019 umgesetzte Halbierung der Trassenpreise für den Schienengüterverkehr.

Die rasante technologische Weiterentwicklung Richtung Digitalisierung und Automatisieren eröffnet dem Güterverkehr neue Möglichkeiten und Effizienzsteigerungen. Der VöV setzt sich für eine zeitnahe Umsetzung der Chancen ein, welche durch neue Technologien entstehen. «Die Automation und Digitalisierung der Güterbahn ist zentral, um im Wettlauf mit den technologischen Fortschritten der Strasse mithalten zu können», betont Nicolas Perrin, CEO SBB Cargo.

Auf europäischer Ebene hat der Unterbruch in Rastatt 2017 gezeigt, dass unterschiedliche nationale Bestimmungen weiterhin einen flüssigen grenzüberschreitenden Güterverkehr behindern. Zudem braucht es ein länderübergreifend abgestimmtes Vorgehen bei der Baustellenplanung und im Störungs- und Krisenmanagement.

«Der Güterverkehr ist entscheidend für die internationalen Warenströme. Deshalb müssen wir international denken und bestehende nationale Hürden abbauen», sagt Dirk Stahl, CEO BLS Cargo.

Pressemeldung VöV

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