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Donnerstag, 24 Mai 2018 11:31

Italien: Tauziehen um das Amt des Verkehrsministeriums

In Erwartung der Regierungsbildung stehen für das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur derzeit zwei Namen im Gespräch: Laura Castelli aus Turin (31, Cinquestelle, M5S) und Stefano Candiani (47, Lega). Die Wahl ist nicht ohne Konsequenzen, da Laura Castelli der No-Tav-Bewegung im Val di Susa nahesteht und ihre Wahl zu einer Blockade der Hochgeschwindigkeitsstrecke Lyon - Turin führen könnte. Andererseits steigt derzeit die Chance von Stefano Candiani, da mit der Ernennung von Giuseppe Conte zum Premierminister die Lega-Gruppierung den Wunsch zur Stärkung ihrer Position erhebt.

Bartolomeo Giachino, ehemaliger Staatssekretär im Ministerium für Infrastruktur und Verkehr der Regierung von Berlusconi, bat die M5S, die Position der Schließung des Tav-Projekts zu überdenken. "Es geht nicht nur darum, dass der Abbruch uns zwei Milliarden Euro kosten würde, sondern auch darum, eine Chance für den Wohlstand im Val di Susa und Piemont zu schaffen". Giachino ist der Meinung, dass vor allem die Gelegenheit der kürzlich mit China und Ostasien eröffneten "Seidenstraße" genutzt werden sollte. Der Mittelmeer-Korridor, der durch Italien führt - wenn die strecke Turin - Lyon zustande kommt - "würde unser Land in den Mittelpunkt des touristischen und kommerziellen Austausches von Europa, Russland und Asien stellen."

Die einzige Möglichkeit, um Umweltverschmutzung und Verkehrsunfälle zu verringern, bestehe daher darin, den Anteil des Personen- und Güterverkehrs auf der Schiene über den Mittelmeerkorridor zu verlagern. "Durch die Vernetzung der Süd-Nord-Bahnkorridore wie Genua - Rotterdam oder Bologna - Brenner - Berlin und des Adria-Baltischen Korridors können wir um die Knotenpunkte Novara, Mailand, Verona und Padua das größte Logistikgebiet in Südeuropa schaffen und den Schienenverkehr schrittweise von heute 10% auf 30% und in 31 Jahren auf 50% steigern."

WKZ, Quelle Huffingtonpost

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