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Freitag, 24 Mai 2024 10:30

Österreich: Kraftwerk Obervellach II geht ans Netz

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Fotos ÖBB/Sailer Brothers.

Im Beisein von Klimaschutzministerin Leonore Gewessler, ÖBB Holding AG Vorständin Manuela Waldner und weiteren Ehrengästen hieß es am 23.05.2024 offiziell „Start frei“ für das neue Wasserkraftwerk der ÖBB im Mölltal. Es wird ab sofort grünen Bahnstrom im Ausmaß von 125 GWh pro Jahr an das österreichische Bahnstromnetz liefern.

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Nach rund vier Jahren Bauzeit geht ein Jahrhundertprojekt der ÖBB im Kärntner Mölltal nun von der Testphase in den Betrieb über. Ab sofort wird hier pro Jahr grüner Bahnstrom im Ausmaß von ca. 125 GWh erzeugt. Das entspricht etwa 30.000 Railjetfahrten von Villach nach Wien. Durch den Neubau kann die Energieproduktion am Standort Obervellach um mehr als 35 % gesteigert werden. Das insgesamt neunte ÖBB-Wasserkraftwerk spielt eine wesentliche Rolle im Hinblick auf die Energiestrategie der ÖBB: Bis 2030 wollen die ÖBB gemeinsam mit Partner:innen den Eigenversorgungsgrad beim Bahnstrom von 60% auf 80% steigern. In das Kraftwerks-Projekt in Kärnten haben die ÖBB rund 220 Mio. Euro investiert.

Leonore Gewessler, Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie: „Die Energiestrategie der ÖBB zeigt, wie sich die Energiewende im Unternehmen auf vielen Ebenen lohnt: Der selbst produzierte Strom aus Erneuerbaren kann lokal verwendet werden, das stärkt die Unabhängigkeit und die Energie wird günstiger. Wasserkraft spielt neben Photovoltaik bei der Energiewende der ÖBB eine große Rolle. Ich freue mich, dass die ÖBB die Umsetzung ihrer Energiestrategie so ambitioniert angehen und in Zukunft noch mehr grünen Strom produzieren können.“

Manuela Waldner, CFO ÖBB Holding AG: “Seit über 100 Jahren liefern Wasserkraftwerke der ÖBB grüne Energie für die nachhaltige Mobilität in Österreich. Mit der Fertigstellung des neuen Kraftwerks Obervellach II feiern wir heute einen wichtigen Meilenstein. Mit Wasser-, Sonnen- und Windenergie erzeugen wir in unseren Kraftwerken künftig noch mehr grünen Strom für den Betrieb unserer Züge und unserer Betriebsanlagen. Mein Dank gilt allen Projektbeteiligten, die den schwierigen Umständen zum Trotz dieses riesige Projekt erfolgreich zum Abschluss bringen konnten.“

Vier Wasserfassungen, ein rund 5.000 Meter langes Stollensystem, eine unterirdisch verlegte Druckrohrleitung – das Projekt im Überblick
Es ist ein langer, technisch anspruchsvoller Weg, den die Energie vom Bach bis zur Oberleitung zurücklegt. Hier im Mölltal fließt das Wasser aus dem Mallnitz-, Dösen- und Kaponigbach über ein 5.000 Meter langes Stollensystem zu einem gigantischen Speicherstollen: Er ist 13 Meter hoch, 15 Meter breit, 580 Meter lang und kann bis zu 60 Millionen Liter Wasser speichern. Von dort wird es je nach Bedarf durch die Druckrohrleitung in das 488 Meter tiefer liegende Krafthaus abgelassen. Durch die unterirdisch verlegte Leitung mit 1,8 Meter Durchmesser fließen in Spitzenzeiten, etwa im Früh- und Abendverkehr, bis zu 9.000 Liter Wasser pro Sekunde und treiben zwei 2,3 Meter große Pelton Laufräder an. So entsteht hier grüner Bahnstrom im Ausmaß von ca. 125 GWh pro Jahr.

Die Kraftwerksanlage umfasst zudem ein Kleinwasserkraftwerk zur Eigenversorgung mit 50-Herz-Strom und wird ab sofort vollständig in das österreichische Bahnstromnetz der ÖBB integriert. Die Steuerung erfolgt über die zentrale Leitstelle der ÖBB und ermöglicht eine optimierte Bereitstellung von grünem Bahnstrom.

Pressemeldung ÖBB

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