Österreich: VNL-Logistiktag - Streckensperren in Deutschland - Lieferkettengesetz - Logistikpreis für RCG und Transporeon
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Fotos VNL/Cityfoto, RCG/Simlinger.
Der Verein Netzwerk Logistik (VNL) lud heute im Rahmen des 31. Österreichischen Logistiktages in Linz zu einer Pressekonferenz mit Franz Staberhofer (VNL-Obmann, ASCII-Präsident), Hubert Zajicek (Sprecher des VNL-Beirats und Mitglied des Vorstandes der voestalpine AG) und Peter Umundum (Stellvertretender-Sprecher des VNL-Beirats und Vorstandsdirektor für Paket & Logistik der Österreichischen Post AG) ins Design Center ein.
Franz Staberhofer, VNL-Obmann und ASCII-Präsident, betonte in seiner Begrüßung, „Seit 31 Jahren vernetzen wir Unternehmen und geben mit unseren Veranstaltungen Orientierungshilfe über die neuesten Innovationen und Regularien in der Logistik. Wir konnten seit Jahresbeginn bis heute mit unseren Veranstaltungen in ganz Österreich bereits über 3.500 Menschen erreichen - ein neuer Rekord in unserer Geschichte. Das zeigt, wie wichtig der persönliche Austausch ist. Mit über 5.400 Mitglieder zählen wir mit Abstand zum größten Wirtschaftsnetzwerk in der Logistik in Österreich.“ und ergänzt, „Beim Österreichischen Logistiktag 2024 präsentieren wir unter dem Titel „Wachsamkeit“ in unseren Vorträgen und Diskussionsrunden die sieben zentralen Herausforderungen der Logistik und mögliche Lösungsansätze. Die Themen umfassen Regelungen, Dekarbonisierung, Blockbildung, Produktionsstückkosten, Technik, Preisvolatilität und Digitalisierung.“
Streckensperren in Deutschland
„Mit einem jährlichen Umschlag von rund 20 Millionen Tonnen gehört der voestalpine-Standort in Linz zu den logistischen Schwergewichten Österreichs. Um in einem veränderlichen Umfeld Versorgungssicherheit zu gewährleisten, müssen wir stets auf alle Eventualitäten vorbereitet sein“, erklärt Hubert Zajicek, Sprecher des VNL-Beirats und Mitglied des Vorstandes der voestalpine AG. „Im Bahnbereich ist absehbar, dass die angekündigten mehrmonatigen Streckensperren in Deutschland in Kombination mit den immer stärker ausgelasteten heimischen Knotenbahnhöfen in den nächsten Jahren zu Engpässen führen werden. Um die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandortes Österreich zu erhalten, ist eine Erweiterung der Güterverkehrskapazitäten entlang der internationalen Hauptachsen und eine Entflechtung des Personen- und Güterverkehrs in den Ballungsräumen von besonders großer Bedeutung.“
Lieferkettengesetz
Eine Einordnung des neuen Lieferkettengesetzes erfolgte durch Peter Umundum, Stellvertretender-Sprecher des VNL-Beirats und Vorstandsdirektor für Paket & Logistik der Österreichischen Post AG. „Der Nutzen des Lieferkettengesetzes ist unbestritten und wird von uns Logistiker:innen voll und ganz mitgetragen. Es braucht dringend Instrumente, um Verstöße in der Branche zu bestrafen und den Wettbewerb derer zu fördern, die sich schon heute für eine menschengerechte Logistik einsetzen. Gleichzeitig rollt damit die nächste Bürokratielawine auf uns zu. Allein die Österreichische Post muss heute schon fast 150 Seiten nur zu den Themen Nachhaltigkeit und Diversität berichten, für das nächste Geschäftsjahr erwarten wir sogar noch mehr. Europäische Innovationen beschränken sich leider immer mehr auf zusätzliche Regulierungen und Berichtspflichten“, sagt Peter Umundum.
Logistikpreis für RCG und Transporeon
Einmal im Jahr verleiht der Verein Netzwerk Logistik (VNL) den Österreichischen Logistikpreis an das innovativste Logistik-Projekt des Jahres. Die ÖBB Rail Cargo Group (RCG), zweitgrößter Bahnlogistiker in Europa, und Transporeon, die führende Transportmanagement-Plattform, konnten beim umfassenden Hearing die Expert:innen-Jury überzeugen. Im Zuge der Zusammenarbeit wurde erstmals eine nahtlose Integration von multimodalen Transporten in die Plattform realisiert – eine Innovation, die europaweit ihresgleichen sucht. Dafür nahmen die Vertreter:innen beider Unternehmen den Preis bei der Verleihung am 5. Juni 2024 entgegen.
„Wir sind das nachhaltige logistische Rückgrat der Wirtschaft – für ein lebenswertes Europa. Und genau aus dieser Vision heraus ist das gemeinsame Projekt mit Transporeon entstanden,“ sagt RCG Vorstandssprecher Clemens Först. Die Ziele des European Green Deal seien nur dann zu erreichen, wenn eine signifikante Verkehrsverlagerung stattfindet. „Und die erreichen wir, wenn wir es Kunden einfach machen, von der Straße auf die Schiene zu wechseln. Genau da setzt das Projekt an. Ich freue mich, dass wir mit dieser innovativen Lösung nicht nur unsere Kunden, sondern auch die hochkarätige Jury überzeugen konnten“. Christopher Keating, Senior Vice President Trimble Transportation Europe ergänzt: “Wir freuen uns sehr, gemeinsam mit unserem Partner, der Rail Cargo Group, mit dem Österreichischen Logistikpreis ausgezeichnet worden zu sein. Im Logistiksektor werden Bahn- und Straßentransporte häufig als separate Einheiten behandelt. Für viele Kunden stellt der Schienenverkehr trotz zahlreicher Vorteile noch immer eine Herausforderung dar. Dies liegt vor allem an der mangelnden Transparenz in der Datenabwicklung. Mit unserer neuen Lösung bieten wir erstmals in Europa die benötigten Daten für den Schienen- und multimodalen Transport, was Unternehmen maßgeblich dabei unterstützen wird, ihre Ambitionen hinsichtlich der Verkehrsverlagerung und der Reduzierung von Emissionen zu verwirklichen.”
Die Kooperation der beiden Unternehmen basiert auf dem Wunsch der Industrie nach einer integrierten Lieferketten-Lösung, wie das ALICE Whitepaper „Increasing the Use of Rail and Intermodal Transport in Europe“ unterstreicht. Zugleich beklagen Verlader mangelnde Transparenz und fehlende Echtzeit-Informationen über Multimodal- und Bahntransporte. Bis heute gibt es innerhalb Europas keinen plug- und play-fähigen Ansatz für die Echtzeitverfolgung von Multimodal- und Bahntransporten. Statusnachrichten und Informationen werden ausschließlich innerhalb der eigenen Systeme geteilt.
Die RCG und Transporeon haben nun eine Lösung etabliert, die all diese Barrieren löst. Tracking-Informationen über Multimodal- und Bahntransporte werden in derselben Nutzerschnittstelle angezeigt, in welcher der Verlader bereits Echtzeitinformationen über diverse Straßentransporte erhält. Weiters werden manuell eingegebene Statusdaten durch sensor-basierte Echtzeitdaten ersetzt. Dies ermöglicht Kunden auf der Transporeon-Plattform somit nicht nur die einfache Buchung von Straßen- als auch Schienentransporten, sondern auch einen innovativen und einfachen Zugang zu nachhaltiger Logistik und effizienten multimodalen Lösungen – ohne dabei mit Unsicherheiten oder Transparenzmangel konfrontiert zu werden. Ob Bahn oder Lkw – aus Kundensicht bleibt es immer ein vollintegrierter Door-to-door-Logistikprozess der RCG im "One-Stop-Shop"-Prinzip. Dass das Konzept funktioniert, zeigen erste Transporte mit namhaften Pilotkunden wie Nestle und Vöslauer.
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