Renfe wird noch weitere fünfzehn Jahre lang öffentlich beauftragte Vorort- und Regionalzüge (Cercanías und Regionales) als Monopol betreiben, obwohl der Nahverkehr bis Ende 2020 in der gesamten EU für den Wettbewerb geöffnet werden kann. Dies wird in dem Leistungsvertrag festgelegt, den die öffentliche Eisenbahngesellschaft im kommenden Juni mit dem Staat unterzeichnen wird. Renfe wird einen öffentlichen Zuschuss von rund 1 Mrd. Euro pro Jahr erhalten.
Der Leistungsvertrag wird für einen Zeitraum von zehn Jahren unterzeichnet und kann um weitere fünf Jahre verlängert werden, wie die Nachrichtenagentur Europa Press aus industrienahen Quellen erfahren hat. Damit bleibt Renfe bis zum Jahr 2033 der einzige Betreiber, der den Vorort- und Regionalverkehr anbieten kann.
Der öffentliche Betreiber muss sich ab 2020 dann nur dem Wettbewerb durch private Betreiber im AVE- und Fernverkehrs stellen.
Die europäischen Liberalisierungsvorschriften sehen eine Übergangsfrist vor, innerhalb derer der öffentliche Verkehr in den Händen der "etablierten oder dominanten" Betreiber jedes Staates bleiben kann. Erst ab 2024 dürfen diese Verkehre nicht mehr direkt vergeben werden, aber das Unternehmen, das einen über die Frist laufenden Vertrag ausführt, darf diesen weiter betreiben.
Renfe wird das neue Vertragsprogramm mit dem Staat sechs Monate, nachdem die Regierung im Dezember 2017 die neue Liste der Vorort- und Regionalzüge als öffentliche Züge genehmigt hat, unterzeichnen. Es wird erwartet, dass Renfe zeitgleich einen "Makroplan" zur Bestellung neuer Cercanías-Fahrzeuge bekannt geben wird.
WKZ, Quelle Europa Press