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Dienstag, 29 Mai 2018 07:05

Frankreich: Le Tréport vorerst wieder ohne Bahnanschluss

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Foto Sauvegarde des Lignes Ferroviaires du Tréport Mers les bains.

An diesem Sonntag (27.05.18) wurde der Eisenbahnverkehr auf beiden von Le Tréport ausgehenden Bahnstrecken eingestellt. Während die Strecke nach Beauvais nach Beendigung der Modernisierungsarbeiten in 18 Monaten wieder in Betrieb gehen soll, ist die Zukunft der Strecke nach Abbeville unsicher, sie wird wegen Überalterung und damit verbundener Sicherheitsrisiken für mindestens fünf bis sieben Jahre gesperrt bleiben.

Die letzte Abfahrt nach Abbeville in Le Tréport fand um 17.55 Uhr statt, der letzte Zug erreichte den Ort um 22.17 Uhr. Das Komitee für die Erhaltung und Entwicklung der Eisenbahnlinien von Tréport - Mers-les-Bains hatte zu einer Kundgebung mit Bahnhofsfest aufgerufen, um die letzten Züge abfahren zu sehen. Dutzende von Menschen folgten dem Aufruf.

"Es war bewegend. Und dann waren wir wütend, dass wir nicht gehört wurden", sagt Brigitte Troquet, stellvertretende Vorsitzende des Komitees und Initiatorin des Bahnhofsfests. Für sie ist die Schließung der Linie aus Sicherheitsgründen nicht gerechtfertigt, sie sei noch in gutem Zustand.

Unklar bleibt die Zukunft der 32 km langen Strecke nach Abbeville, für deren Aufrüstung 40 Mio. Euro erforderlich wären. Die Region Hauts de France will 20 Mio. bereit stellen. "Selbst wenn wir dieses Kampfes müde sind, werden wir weitermachen. Der Verein geht auf das Jahr 1989 zurück. Hätte unser Präsident damals nicht gekämpft, hätten wir schon lange nichts mehr von Le Tréport gehört."

Verkehrsministerin Elisabeth Borne hatte am Mittwoch, dem 23. Mai, gegenüber dem Abgeordneten Sébastien Jumel erklärt, dass "die beiden Regionalpräsidenten sehr wohl wissen, dass wir den Planvertrag zur Neuvergabe von Mitteln auf dieser Linie anstelle einer anderen Linie neu besprechen können". Doch die Erwähnung einer "anderen Linie" ärgert den Parlamentarier: "Es ist eine neue Art, Petrus zu entkleiden, um Paul anzuziehen, indem man auf die Arbeit an einer Linie verzichtet, um sie an einer anderen auszuführen, wodurch die Ministerin und die Regierung versuchen, sie loszuwerden".

WKZ, Quelle Courrier Picard, Actu.fr, Franceinfo

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