
Foto SBB.
Die SBB saniert von Herbst 2023 bis 2028 den Hauenstein-Basistunnel vollumfänglich. Der doppelspurige Tunnel ist Teil der Bahnlinie Basel–Olten, eine der Hauptachsen für den Schweizer Güter- und Personenverkehr. Im Rahmen des Projekts erneuert die SBB unter anderem die beiden Tunnelgleise. Diese Arbeiten finden in vier Etappen statt: 2024, 2026, 2027 und 2028, jeweils in der frequenzärmeren Sommerferienzeit.
Von Sonntagabend, 7. Juli, 22.15 Uhr, bis Montagmorgen, 12. August 2024, 6 Uhr, wird deshalb eines der beiden Tunnelgleise fünf Wochen lang gesperrt. Dann ersetzt die SBB mit schweren Bauzügen auf einem Drittel des in Richtung Olten gesehenen linken Gleises Schienen, Schwellen und Schotter. Nur zu den Hauptverkehrszeiten am Morgen (6 bis 9 Uhr) und am Abend (16 bis 19 Uhr) werden jeweils zwei Drittel des Gleises temporär freigegeben. Eine reduzierte Anzahl Züge kann den Tunnel befahren, allerdings aus Sicherheitsgründen mit reduzierter Geschwindigkeit.
Aufgrund der eingeschränkten Kapazität auf dem Schienennetz fällt ein Teil der Fernverkehrszüge zwischen Basel und Zürich sowie zwischen Basel und Olten aus. Zudem ändern sich teilweise die Abfahrts- und Ankunftszeiten. Jeder zweite S3-Zug aus Basel wendet in Gelterkinden und verkehrt nicht zwischen Gelterkinden und Olten. Für die S9-Züge (Sissach–Läufelfingen–Olten) verkehren wegen der Umleitungen Bahnersatzbusse. Die SBB empfiehlt allen Reisenden, vor jeder Fahrt den Online-Fahrplan unter sbb.ch oder in der App SBB Mobile zu prüfen. Da sich die Reisezeiten um bis zu 30 Minuten verlängern, bittet die SBB die Reisenden, genügend Zeit einzuplanen.
Die Fahrplanänderungen im Detail
Basel SBB–Zürich
Die direkten Fernverkehrsverbindungen von Basel SBB nach Zürich (IC3 / ICE / EC / TGV) verkehren im Stunden- statt Halbstundentakt. Nur während der Hauptverkehrszeiten können die Züge halbstündlich verkehren. Zudem werden die Züge umgeleitet, was zu Anpassungen der Abfahrts- und Ankunftszeiten führt.
Die IR37 fallen zwischen Basel SBB und Aarau aus. Während der Bauarbeiten verkehren die Züge jeweils auf der Strecke Aarau-Lenzburg-Zürich HB. Reisende benützen das restliche Zugsangebot.
Basel SBB–Olten
Die IC21 und IR26 fallen zwischen Basel und Olten aus. Reisende benützen die IC6 und IC61.
Die Fahrzeit der IC6, IC61 und IR27 verlängert sich, da die Züge im Tunnel mit reduzierter Geschwindigkeit verkehren müssen oder via Läufelfingen umgeleitet werden. Dadurch verändern sich die Abfahrts- und Ankunftszeiten.
Die S9 fällt zwischen Olten und Sissach aus, da die die alte Hauensteinlinie als Ausweichstrecke für Fernverkehrs- und Güterzüge dient. Es verkehren Bahnersatzbusse.
Die Züge der S3 verkehren während der Bauarbeiten zwischen Olten und Gelterkinden im Stunden- statt Halbstundentakt. Zudem verkehren die Züge in Basel SBB nicht mehr durchgehend. Reisende von Olten nach Porrentruy steigen in Basel SBB um. Auf dem Abschnitt Basel-Gelterkinden verkehren einzelne Züge mit angepassten Verkehrszeiten.
Ein «Grosser Service» für den Hauenstein-Basistunnel
Der 8,134 Kilometer lange, zweispurige Hauenstein-Basistunnel wurde von 1912 bis 1916 gebaut. Der Tunnel liegt auf der Bahnlinie Basel–Olten und durchquert zwischen Tecknau und Olten die Gebirgskette des Jura. 2019 nutzten im Schnitt täglich rund 100 Güterzüge und 320 Personenzüge den Tunnel. Die letzten umfassenden Sanierungsarbeiten am Tunnel wurden von 1980 bis 1987 ausgeführt. Seither hat die SBB regelmäßig punktuelle Unterhalts- und Erneuerungsarbeiten ausgeführt. Nun ist wieder ein «grosser Service» nötig. Im Rahmen der geplanten Grundinstandsetzung setzt die SBB deshalb das Tunnelgewölbe umfassend instand. Weiter erneuert beziehungsweise ersetzt sie die Gleise – also Schienen, Schwellen und Schotter – und verlegt sämtliche Kabel neu. Die Gleisentwässerung wird punktuell angepasst und verbessert. Zudem erneuert und modernisiert die SBB die Vorrichtungen der Tunnelselbstrettung, via welcher sich Menschen im Ereignisfall in Sicherheit bringen können. Weiter passt die SBB diverse technische Anlagen an, unter anderem den Lüftungsschacht in Zeglingen. In Tecknau und Trimbach erstellt sie neu je ein Störfallbecken. Mit diesen kann bei Zwischenfällen im Tunnel mehr Schmutzwasser zurückgehalten werden als mit den bestehenden Schachtlösungen. Ziel der Grundinstandsetzung ist, im Tunnel einen sicheren, störungsfreien Bahnbetrieb über die nächsten 25 Jahre gewährleisten zu können. Die Kostenprognose für das Projekt beträgt aktuell rund 140 Millionen Franken, finanziert via der Leistungsvereinbarung zwischen Bund und SBB.
Pressemeldung SBB