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Donnerstag, 31 Mai 2018 07:05

Schweden: Green Cargo fordert Entscheidungen der Politik vor Inbetriebnahme der Fehmarnbelt-Verbindung

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Sohana Josefsson. Foto Green Cargo.

Zwei Tage lang - vom 28. bis 29. Mai - haben Minister aus Deutschland, Dänemark und Schweden auf den Fehmarnbelt Days die gemeinsame Entwicklung der drei Länder im Zusammenhang mit der Fehmarnbelt-Verbindung beraten. Die Verbindung ist als längster Straßen- und Eisenbahntunnel der Welt eine der größten geplanten Infrastrukturinvestitionen in der EU. Vor Ort stellte auch die Kommunikationsdirektorin von Green Cargo, Sohana Josefsson, einige Bedingungen an die Politik.

Die Fehmarnbelt-Verbindung zwischen Rödby in Dänemark und Puttgarden in Deutschland wird der längste kombinierte Straßen- und Eisenbahntunnel der Welt werden. Wenn die Verbindung hergestellt ist, ermöglicht sie einen verstärkten Betrieb sowohl im grenzüberschreitenden Personen- als auch Güterverkehr. Die Vorlaufzeiten für einen direkten Zug werden um 2-3 Stunden nach Europa verkürzt, was neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnet.

Die Fehmarnbelt-Verbindung ermöglicht sowohl den verstärkten Import und Export von Rohstoffen und verarbeiteten Produkten für die schwedische Wirtschaft als auch den Zugang zu neuen Märkten. Aber die Botschaft von Green Cargo in diesen Tagen war klar: "Damit wir von den verkürzten Vorlaufzeiten profitieren können, müssen unsere Politiker Entscheidungen treffen, die die Interoperabilität des Eisenbahnverkehrs in Europa erhöhen."

• Das Dokumentationsmanagement muss effizienter werden; ein Bahnbetreiber muss 16-mal mehr Dokumentationen bewältigen als die Lkw-Carrier.
• Das Sprachproblem muss gelöst werden; der Lokführer muss in der Lage sein, die Sprache des Landes zu beherrschen, in dem er fährt, das muss der LKW-Fahrer nicht.
• Darüber hinaus besteht ein großer Bedarf, die grenzüberschreitende Arbeit besser zu koordinieren. "Wenn dies nicht gelingt, verlieren wir die Chance, die die neue Infrastruktur bietet", sagte Sohana Josefsson.

Darüber hinaus präsentierte Sohana Josefsson die neue Vision, die sich vor zwei Wochen auf dem Hochgeschwindigkeitsgipfel in Wien ergab: Die Teilnehmer einigten sich auf ein Zielbild für 2030, für dass der Anteil der Eisenbahnen an der gesamten Beförderung von heute 18 % auf 30 Prozent steigen soll, was in 12 Jahren fast einer Verdoppelung gleichkommen würde.

"Wenn die europäischen Güterverkehrsunternehmen gemeinsam eine Vision verfolgen, innerhalb von zwölf Jahren den Anteil des Schienenverkehrs in Europa zu verdoppeln, wird der Fehmarnbelt eine wichtige Infrastrukturmaßnahme sein, um dieses Ziel zu erreichen. Eine Grundbedingung dafür ist jedoch, dass die Bahnindustrie die richtigen Voraussetzungen für den Wettbewerb mit dem Autoverkehr in Bezug auf gute Vorlaufzeiten, Qualität und Zuverlässigkeit erhält."

Die feste Fehmarnbelt-Verbindung wird 19 km lang sein, davon 17,6 km in einem sogenannten Absenktunnel. Die Verbindung sollte sowohl eine Autobahn als auch eine zweigleisige Schiene erthalten. Die Verbindung wird voraussichtlich innerhalb von zehn Jahren fertiggestellt.

Bengt Dahlberg, WKZ, Quelle Green Cargo

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Letzte Änderung am Mittwoch, 30 Mai 2018 20:17

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