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Dienstag, 05 Juni 2018 14:28

Schweiz: ALLRAIL fordert Wettbewerb im Fernverkehr

Foto Nick Brooks

ALLRAIL-Generalsekretär Nick Brooks.

In den vergangenen Jahrzehnten legte das Schweizer Bundesamt für Verkehr (BAV) einige der besten Konzepte für den öffentlichen Personenverkehr in Europa vor. Die nächste Priorität sollte Wettbewerb im Fernverkehr sein - die Ausschreibung von Konzessionen sollte eingeführt werden. Damit können sich alle Schweizer Bahnen am Besten für die Zukunft rüsten, und Passagiere wären die Nutznießer.

Die Beweislage ist klar: im 2017 hat die zweitgrößte Schweizer Bahn BLS beantragt, fünf Fernverkehrslinien zu betreiben. Dabei wurden neues Wagenmaterial sowie bessere Qualität versprochen. Das BAV notierte: „Wettbewerb im Vergabe-Prozess hat ein besseres Angebot für Fahrgäste geliefert. Es würde zu Ersparnissen im 2-stelligen Millionenbereich führen“.

Dass kleinere Bahnen einen positiven Beitrag zum Fernverkehr leisten können, ist bereits erwiesen. Zum Beispiel: die SOB wird demnächst (unter Konzession der SBB) die Gotthard-Bergstrecke übernehmen und führt dabei neues Wagenmaterial ein.

Allerdings betreibt die SBB derzeit viel Lobbyarbeit, um das aktuelle Konzessionsgesuch der BLS zu verhindern. SBB-Chef Andreas Meyer warnt davor, dass die Fahrpreise steigen könnten. Dies ist für uns schwer vorstellbar, wenn man bedenkt, dass Bahn-Ausschreibungen woanders in Europa 20-30%-Ersparnisse für den Steuerzahler erreicht haben.

Dann schlägt Andreas Meyer Alarm, dass dabei ausländische Bahnfirmen die Schweizer Bahnen existenziell bedrohen könnten. Dabei erwähnt er nicht, dass die SBB sich bereits außerhalb der Schweiz im Wettbewerb des Schienenpersonenverkehrs durchgesetzt hat!

Nicht zuletzt hat die SBB bereits plump angekündigt, Beschwerde erheben zu wollen, falls das BAV Fernverkehrslinien an die BLS überträgt.

ALLRAIL-Generalsekretär Nick Brooks sagt: „Es steht viel auf dem Spiel. Wenn nicht einmal die zweitgrößte Schweizer Bahn Fernzüge betreiben darf, wird das Monopol gefestigt.“

Das BAV sollte unterschiedliche Konzessionsgesuche im Fernverkehr fördern und diese fair behandeln, ohne dabei eingeschüchtert zu werden. Brooks meint weiter: “Das größte Risiko besteht für die Fahrgäste, nämlich dass die Schweiz in Zukunft darauf verzichtet, sich zu einem modernen und nachhaltigen Bahnmarkt zu entwickeln“.

Pressemeldung Allrail

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