Österreich: Zweisprachige Bahnhofsschilder heißen Kärntner Slowen:innen und Burgenländische Kroat:innen zuhause willkommen

Foto ÖBB/ evmedia.
Der Schutz der Rechte von Volksgruppen ist in Österreich ein besonders wichtiges Thema, und im Volksgruppengesetz geregelt. Mit der Überarbeitung des Volksgruppengesetzes 2011 wurden zweisprachige Bezeichnungen der Ortstafeln in definierten Gemeinden verankert.
Auch wenn aus dem Volksgruppengesetz dazu für die ÖBB keine gesetzliche Verpflichtung entsteht, haben die ÖBB sich freiwillig verpflichtet, im Zuge der Modernisierung von Bahnhöfen auch an allen betroffenen Halten schrittweise einsprachige durch zweisprachige Namensschilder zu ersetzen. In St. Michael ob Bleiburg - Šmihel pri Pliberku, wurde das im Zuge der Modernisierung der Haltestelle bereits umgesetzt.
„Sichtbarkeit, Vielfalt und Teilhabe sind wesentliche Bestandteile, die uns als Gesellschaft ausmachen. Genauso wie die Energiewende und der Klimaschutz mit all den Maßnahmen, die wir gesetzt haben, für alle Menschen da sind, muss genau dasselbe gelten für zentrale Orte der Begegnung, des Austauschs und des Miteinanders. Deshalb kann es nur ein logischer Schritt sein, dass in den definierten zweisprachigen Gemeinden nun auch die Bahnhofstafeln zweisprachig sind - für mehr Sichtbarkeit und Wertschätzung sowie aus Respekt für die Kärntner Slowen:innen und Burgenländischen Kroati:innen. Ich freue mich sehr, dass wir Österreich mit diesem Zeichen ein Stück weit vielfältiger und bunter machen können“, sagt die stv. Bundessprecherin der Grünen und Klimaschutzministerin Leonore Gewessler im Rahmen eines Pressetermins in Bleiburg/Pliberk, bei dem bekannt gegeben wurde, dass alle ÖBB-Bahnhöfe in den nach dem Volksgruppengesetz definierten zweisprachigen Gemeinden bis Ende dieses Jahres zweisprachige Bahnhofsschilder bekommen.
Johann Pluy, Vorstandsdirektor ÖBB-Infrastruktur: „Als größter, umweltfreundlicher Mobilitätsanbieter in Österreich tragen wir als ÖBB eine besondere gesellschaftliche Verantwortung. Deswegen haben wir uns dazu entschlossen, entsprechend dem Volksgruppengesetz, schrittweise bestehende Bahnhofsschilder in den definierten Gemeinden auszutauschen. Wir freuen uns, bis Ende des Jahres in allen zweisprachigen Gemeinden in Kärnten und dem Burgenland im Sinne des Volksgruppengesetzes entsprechende zweisprachige Bahnhofsschilder anbringen zu können.“
Die von der Umstellung betroffenen Bahnhöfe sind:
Kärnten (slowenische Volksgruppe):
• Wiederndorf-Aich - Vidra vas–Dob (Halt und Tafel neu, kein Tausch)
• Bleiburg - Pliberk
• Bleiburg Stadt - Pliberk mesto
• Bereits zweisprachig:
• St. Michael ob Bleiburg - Šmihel pri Pliberku
Burgenland (kroatische Volksgruppe):
• Wulkaprodersdorf Haltestelle (Umbenennung in Wulkaprodersdorf Rathausgasse) - Vulkaprodrštof Rathausgasse
• Neudorf - Novo Selo
• Pama - Bijelo Selo
• Parndorf - Pandrof
• Parndorf Ort - Pandrof mjesto
„Ich freue mich als Volksgruppensprecherin und als Kärntner Slowenin ganz besonders über dieses historische Zeichen der Sichtbarkeit, Anerkennung, des Respekt und der Inklusion für die slowenischsprachigen Kärntner:innen und die Burgenländischen Kroat:innen im Burgenland. Es ist wichtig und einfach schön, wenn wir jetzt auch mit der Bahn in „Pliberk“ oder „Pandrof“ ankommen können“, sagt Olga Voglauer, Generalsekretärin und Volksgruppensprecherin der Grünen zu den neuen zweisprachigen Bahnhofsschildern in Kärnten und Burgenland.
„Zweisprachigkeit sichtbar zu machen ist ein wichtiger Beitrag für das Heimatgefühl vieler Menschen, wenn die Bezeichnung für ihren Heimatort nun auch in ihrer Sprache zu lesen ist“, sagt Voglauer, die auch Landessprecherin der Grünen in Kärnten ist und weiter: „Nun ist die Zugfahrt nach Kärnten/Koroška nicht nur günstig, bequem und klimaschonend, sondern zeichnet darüber hinaus auch die Vielfalt von Kärnten.“
Landeshauptmann Peter Kaiser: „Die zweisprachige Beschilderung ist ein weiteres wichtiges Zeichen der Wertschätzung der slowenischen Volksgruppe in Kärnten. Dass die ÖBB sich auch ohne gesetzliche Verpflichtung dazu verpflichtet, untermauert ein friedliches Miteinander und den Respekt gegenüber der kulturellen Vielfalt nicht nur in unserer Region sondern in ganz Österreich. Solche Bemühungen sind weit mehr als symbolische Gesten – sie sind Ausdruck der gelebten Vielfalt und daher bedanke ich mich als Landeshauptmann und Volksgruppenreferent bei allen Verantwortlichen ganz herzlich dafür."
Pressemeldung Die Grünen, ÖBB




