

Warnhinweis: Dieser Beitrag kann Spurenelemente von Ironie enthalten!
Die Kronprinz Rudof-Bahn war ein österreichisches Eisenbahnunternehmen, das hauptsächlich den inneralpinen Bereich erschloss. Seine Strecken liegen überwiegend im heutigen Österreich, aber auch in Slowenien und Italien. Dem Umstand geschuldet, dass alpine Talschaften oft nur schwach besiedelt waren, ließen die Erträge des Unternehmens stets zu wünschen übrig. Nach finanzieller Schieflage wurde das Unternehmen früh verstaatlicht und bildete den Nukleus für die k.k. österreichischen Staatsbahnen.
Die Hauptstrecke der Rudolfsbahn führte durch das sogenannte Gesäuse, eine weitgehend unbesiedelte Schlucht im Norden der Steiermark. Wie in strukturschwachen Gegenden üblich wurde der Personenverkehr auf der Schiene ausgedünnt, dafür jedoch das wildromantische Tal mit beeindruckenden Betonkonstruktionen für die ausgebaute Bundesstraße bereichert.
Doch 2024 ist alles anders. Der im Gesäuse liegende gleichnamige Nationalpark zieht Wanderer und Besucher an. Viele davon wollen nicht das Auto nutzen. Und so haben ÖBB und Steiermärkische Landesregierung - überraschend (?) - die Zeichen der Zeit erkannt. Es begann mit "Nationalparkzügen" am Wochenende, inzwischen konnte der Wandersmann, der diese Zeilen sandte, an Samstagen immerhin sechs Verbindungen am Fahrplan orten. Busverbindungen gibt es zusätzlich.


Eine kurze und sehr einfache Wanderung empfiehlt sich dabei zwischen den Bahnhöfen "Gstatterboden im Nationalpark" und "Johnsbach im Nationalpark". (Man beachte die Namenszusätze der Verkehrsstellen!)
An letzterem Ort bietet die Nationalparkverwaltung einiges für Naturliebhaber. Besuch und spektakuläres Bergpanorama sind dabei kostenlos. Ein schönes Gasthaus gibt es dort übrigens ebenfalls. Auf dessen Parkplatz kann man sich an Dutzendschaften von Motorrädern erfreuen. Diese Fahrzeuge bieten auch eine wundersame Geräuschkulisse für die ansonsten langweilige Waldesstille.


Nicht ganz so schön ist das Weiterwandern nach Admont, wo sich die angeblich weltgrößte Klosterbibliothek befindet. Nicht, dass Landschaft oder Ziel weniger als spektakulär wären - nein, das Problem liegt eher im Zustand des Weges. In Ermangelung eines Geh- oder Wanderweges müssen einige Kilometer am Seitenrand der Bundesstraße zurückgelegt werden. Aber immerhin lohnt das Ziel in jeder Hinsicht.
Eisenbahnfreude mag interessieren, dass die Gesäusestrecke von schweren Güterzügen hoch frequentiert ist. Bahnhofsgebäude sind häufig original und in sehr gutem baulichen Zustand. Und die Personenzüge verkehren pünktlich und mit modernem sauberen Material.
Text und Bilder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, 31. August 2024