english

Freitag, 08 Juni 2018 14:23

Frankreich: Streik könnte noch bis in den Sommer dauern

Nachdem in Frankreich ein baldiges Ende des Streiks zumindest von den gemäßigten Gewerkschaften UNSA und CFDT erwartet wurde, scheint nun das Gegenteil einzutreten. Am Donnerstag (07.06.18) bekräftigten die vier Gewerkschaftsorganisationen, die die SNCF vertreten (CGT, UNSA, SUD, CFDT), ihre gemeinsame Entschlossenheit, gegen den neuen Eisenbahnpakt zu kämpfen, der am Dienstag, dem 5. Juni, im Senat verabschiedet wurde.

Der Streikplan könnte daher konsequent eingehalten und der Druck auf die Regierung verstärkt werden. Selbst der Vorschlag der UNSA, den Konflikt während der Abiturzeit (18. bis 23. Juni) einzudämmen, um die Anreise der Schüler zu erleichtern, wurde von der Intersyndicale nicht akzeptiert.

Es scheint nun klar zu sein, dass der perlenförmige Streik wie vorgesehen erst einmal bis zum 28. Juni weitergehen wird. Die Bewegung könnte sogar in einer anderen Form im Juli und August erneuert werden, zitiert die Zeitung Le Monde einen guten Kenner der Situation.

Die Streikbeteiligung selbst nimmt ab, bricht aber nicht. Am Donnerstag, dem 7. Juni, lag die Streikrate bei 14,3% und damit etwas niedriger als am 29. Mai (14,4%), dem Streiktag vor einer Woche. Die Streikquote der Lokführer war aber auch am 7. Juni noch sehr hoch (44%), nach zehn Wochen Konflikt.

Nächste Woche finden drei Schlüsselerlebnisse statt. Am Montag, dem 11. Juni, tagt der Gemischte Ausschuss (GPA), der noch Änderungsvorschläge von UNSA und CFDT aufnehmen könnte. Am nächsten Tag, Dienstag, 12. Juni, veranstalten die Gewerkschaften den "Tag des Zorns der Eisenbahner". In den Tagen danach (13., 14. und 15. Juni) könnten Rundtischgespräche zwischen Gewerkschaften, SNCF und dem Staat stattfinden, um Verhandlungen über den künftigen - und grundlegenden - Tarifvertrag für den Schienenverkehr durchzuführen.

WKZ, Quelle Le Monde

Zurück

Nachrichten-Filter