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Montag, 11 Juni 2018 07:10

Frankreich: Verkehrsministerin kündigt Reduzierung der Nutzungsgebühren zur Wiederbelebung des Güterverkehrs an

Anlässlich der Einweihung des städtischen Eisenbahnterminals Chapelle International am 08.06.18 in Paris bekräftigte die für Verkehr zuständige Ministerin Elisabeth Borne ihr starkes Engagement für die Entwicklung einer effizienten, integrierten Stadtlogistik und kündigte erste Maßnahmen zur Wiederbelebung des Schienengüterverkehrs an.

Die Logistik entspricht 10 % des nationalen BIP mit 1,8 Millionen Arbeitsplätzen. Sie ist auch das Herzstück technologischer Durchbrüche und Veränderungen im Konsumverhalten, so bei der Entwicklung des E-Commerce. Das jährliche weltweite Wachstum dieser Aktivität beträgt 15%. Am Tag nach dem Black Friday mit dem Beginn der Weihnachtseinkaufsaison zählte allein Paris eine Million Paketzustellungen.

Maßnahmen der städtischen Logistik

Eine Reihe von Maßnahmen zur Förderung einer effizienten und integrierten Stadtlogistik soll in das Mobilitätsorientierungsgesetz integriert werden, das demnächst dem Ministerrat vorgelegt wird. Die Ministerin hat vier erste Maßnahmen vorgestellt, von denen einige aus der Arbeit der Mobilitätskonferenzen (Assises nationales de la mobilité) stammen:

1. Lokale und regionale Gebietskörperschaften sollen bei der Planung die Logistik verbindlich integrieren.

2. Erleichterung des Zugangs zu Informationen der städtischen Logistik über eine einzige nationale digitale Plattform.

3. Unterstützung bei der Installation von multimodalen Terminals in städtischen Gebieten, z. B. durch lokale Steuererleichterungen.

4. Erweiterung einer 2017 und 2018 mit fünf Gemeinden (Montpellier, Lille, Dieppe, Grasse und Cannes) entwickelten Zusammenarbeit zwischen dem Staat und den lokalen Behörden für nachhaltige Logistik auf die nationale Ebene.

Maßnahmen zugunsten des Schienengüterverkehrs

Ohne einen effizienten Schienengüterverkehr gibt es keine nachhaltige Logistik. Deshalb kündigte die Ministerin noch am selben Tag mehrere Maßnahmen für die Wiederbelebung des Schienengüterverkehrs an.

1. Unterstützung des kombinierten Verkehrs. Die Regierung wird die Beihilfen für den kombinierten Verkehr für weitere fünf Jahre auf 27 Mio. Euro/Jahr belassen. Durch die Förderung des kombinierten Verkehrs sollen städtische Gebiete in Paris sowohl auf der Schiene über Chapelle International als auch auf dem Wasserweg über den Hafen von Bourdonnais versorgt werden können.

2. Sanierung der so genannten "Frachtkapillare". Die Logistik für den letzten Bahnkilometer (Last-Mile-Logistik) wird nur mit einem gut funktionierenden Netz möglich sein. Der Beitrag des Staates zur Erneuerung dieser "kleinen Linien" in Höhe von 10 Mio. Euro/Jahr wird somit aufrechterhalten.

3. Sanierung der Servicegleise. Die Ministerin hat SNCF Réseau aufgefordert, in den nächsten drei Jahren jährlich 20 Mio. Euro für die Durchführung vorrangiger Maßnahmen bereitzustellen.

4. Überprüfung der Nutzungsgebühren. Die Ministerin hat SNCF Réseau gebeten, die Nutzungsgebühren für den Schienengüterverkehr zu überprüfen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Sektors zu erhalten, wobei der Staat die Verantwortung für die daraus resultierende Finanzlücke übernehmen wird.

Diese ersten Maßnahmen sind Teil des vom Premierminister geforderten Wiederbelebungsplans für den Schienengüterverkehr, der demnächst im Rahmen der bevorstehenden Vorlage des Mobilitätsorientierungsgesetzes (loi d'orientation des mobilités, LOM) im Abschnitt "Infrastrukturprogrammierung" vollständig veröffentlicht werden wird.

WKZ, Quelle Verkehrsministerium

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