Mobilität bedeutet Lebensqualität und ist zugleich das Rückgrat der heimischen Wirtschaft. Nach jahrelangen Diskussionen gibt es inzwischen keine Zweifel mehr, dass eine zukunftsfähige Schieneninfrastruktur im unteren Rheintal dringend benötigt wird, um Personen ebenso wie Güter sicher, effizient und klimagerecht befördern zu können. Speziell zwischen dem Güterbahnhof Wolfurt bis zur deutschen Grenze ist ein zweites bzw. drittes Gleis erforderlich.
„Ein oberirdischer Ausbau würde den Lebensraum von Wolfurt, Lauterach, Bregenz, Lochau und Hörbranz nicht nur beschneiden, sondern weitreichend beeinträchtigen“, sagt Elmar Rhomberg, Bürgermeister der Marktgemeinde Lauterach und Sprecher der „Interessengemeinschaft Unterirdischer Bahntrassenausbau im Großraum Bregenz“ (IGUB). „Wir brauchen daher die beste, chancenreichste Lösung für Vorarlberg und die Menschen, die hier leben. Und dafür setzen wir uns ein.“
Kein Ausbau auf Kosten des Lebensraums
Die Bürgermeister der Region erteilten einem oberirdischen Ausbau auf Kosten des Lebensraumes und der Bevölkerung von vornherein eine Absage. In der „IGUB“ bündelten sie ihre Kräfte, um zusammen den Weg zu einem Projekt für Generationen zu beschreiten. Ein wichtiger Erfolg: Mit dem einstimmigen Landtagsbeschluss gegen zusätzliche oberirdische Gleise im dicht besiedelten Raum und entlang des Bodenseeufers wurden im vergangenen Herbst erste Pflöcke eingeschlagen.
Information und Wahldiskussion
Doch jetzt gilt es, in der zukünftigen Landesregierung ein Zeichen zu setzen und den Prozess zur Bestvariante in Gang zu bringen. „Mit der bevorstehenden Landtagswahl werden auch für den Bahnausbau Weichen gestellt“, erklärt Rhomberg. „Klar ist: Über die Zukunft unserer Heimat darf nicht anderswo bestimmt werden. Die politischen Entscheidungsträger:innen aus Vorarlberg müssen mit einer starken, gemeinsamen Stimme in Wien für dieses Anliegen der Bevölkerung eintreten. Dies gelingt nur, wenn Land, Gemeinden und Wirtschaft an einem Strang ziehen.“ Umso wichtiger ist es für die Wähler:innen zu wissen, wie die Spitzenkandidaten/-in der Parteien zu diesem Zukunftsthema stehen. Denn mit ihrer Stimme entscheiden sie mit, wie es mit dem Bahnausbau weiter geht.
Erfolgsbeispiel und Standortbestimmung
Die IGUB-Bürgermeister:in und die Regio Bodensee wollen Klarheit schaffen: Die Informationsveranstaltung „Bahn unten – Leben oben!“ am 7. Oktober um 19 Uhr in der Festhalle Lochau bringt die interessierte Bevölkerung auf den aktuellen Stand im Bahnausbau. Die gemeinnützige Genossenschaft mehramsee berichtet, wie aus einer Vision ein gemeinsames Ziel wurde. Und aus der Stadt Zürich gibt es einen spannenden Erfahrungsbericht, der zeigt, wie es geht. Dort hat der Widerstand der Bevölkerung einen oberirdischen Bahnausbau verhindert. Stattdessen wurde mit geeinten Kräften von Politik, Bundesbahnen und Bevölkerung ein anspruchsvolles Unterflurprojekt realisiert. Den Abschluss bildet die von der ehemaligen ORF-Journalistin Raphaela Stefandl moderierte Wahldiskussion, zu der die Spitzenkandidaten bzw. -kandidatin aller Landtagsparteien eingeladen wurden: Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP), Landesrat Daniel Zadra (Grüne), Christof Bitschi (FPÖ), Mario Leiter (SPÖ) und Claudia Gamon (Neos).
Entscheidung für Generationen
Für Gastgeber Frank Matt, Bürgermeister der Gemeinde Lochau, ist es Zeit für Taten: „Ein unterirdischer Bahnausbau eröffnet einmalige Chancen: Wohngebiete, derzeit von der Bahn durchtrennt, könnten zusammenwachsen, freigewordene Flächen für Radwege oder gemeinschaftliche Projekte genutzt werden.“ Über neue oberirdische Schienen würden hingegen immer mehr Güterzüge durch Wohnorte und am See entlang rattern. „Es liegt in unserer Verantwortung, jetzt auch im Sinne unserer Kinder und Kindeskinder zu handeln“, unterstreicht Matt. „Dafür brauchen wir den starken Rückhalt der Bevölkerung. Daher unser Appell: Kommen Sie zur Informations- und Diskussionsveranstaltung und setzen Sie mit uns ein Zeichen.“
Über die IGUB
Mit dem Ziel, dass die Interessen der Kommunen in raum- und städteplanerischer Hinsicht ausreichend Berücksichtigung finden, schlossen sich die Bürgermeister von Bregenz, Lochau, Hörbranz und Wolfurt im April 2022 zur „Interessengemeinschaft Unterirdischer Bahntrassenausbau im Großraum Bregenz“ (IGUB) zusammen. Ein Jahr später trat die Regio Bodensee mit insgesamt 17 Mitgliedsgemeinden bei. Die Mitgliedsgemeinden vertreten ein Viertel der Vorarlberger Bevölkerung und treten gemeinsam dafür ein, dass Mobilität im Einklang mit Mensch und Natur für die Zukunft fit gemacht wird.
Pressemeldung IGUB