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Freitag, 27 September 2024 09:00

Niederlande: Arriva will zwischen Zwolle und Groningen fahren

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Foto Arriva.

Arriva Nederland will nach der Provinz Limburg auch zwischen Zwolle und Groningen mit der Niederländischen Eisenbahn NS konkurrieren, indem sie mit Schnellzügen im "Open Access" verkehrt. Dies soll bereits mit dem Fahrplan 2025 (Start 15. Dezember 2024) geschehen. Allerdings gibt es einen Haken: ProRail muss noch seine Zustimmung zur gewünschten Streckenkapazität geben.

Der niederländische Infrastrukturbetreiber ProRail hat Arriva die Erlaubnis erteilt, ab Ende dieses Jahres vier Fahrten pro Tag von Montag bis Donnerstag zwischen Groningen und Zwolle im Open Access durchzuführen, am Freitag sind es neun Fahrten hin und zurück. Der Antrag lautete aber auf 22 Fahrten pro Tag.

"Es ist toll, dass wir fahren dürfen, denn wir haben lange darauf hingearbeitet. Aber wir denken, dass wir Anspruch auf mehr Fahrten haben", teilte Arriva-Sprecherin Nikkie Smit dem Nachrichtenkanal RTV Noord mit. Deshalb hat Arriva ein Einspruchsverfahren bei der niederländischen Behörde für Verbraucher und Märkte (Netherlands Authority for Consumers and Markets, ACM) eingeleitet.

Die Sprecherin berichtete, dass dieses Verfahren zunächst abgewartet wird, "bevor wir definitiv sagen können, was wir ab wann fahren werden". So müsse beispielsweise noch abgewogen werden, ob sich die geringe Zahl der zugewiesenen Fahrten rechnet.

Die Arriva von ProRail zugewiesene Kapazität bezieht sich auf Fahrten an Wochentagen. Von Montag bis Freitag darf das Unternehmen zwei Fahrten am Morgen und zwei am Nachmittag durchführen. Freitags dürfen neun Fahrten gefahren werden, davon vier am Morgen und fünf am Nachmittag. Das sind deutlich weniger als die 22 täglichen Fahrten, die Arriva bei ProRail beantragt hatte. Dabei handelt es sich um Schnellzüge, die nicht an allen Bahnhöfen halten werden.

Dabei wird Arriva mit der NS konkurrieren. Wenn diese Fahrten im Open Access verkehren, hat der Fahrgast zum ersten Mal die Wahl zwischen zwei Bahnbetreibern.

Der Start von Arriva auf der Strecke Groningen - Zwolle kann als großer Schritt für das Unternehmen angesehen werden. Seit Jahren bemüht sich Arriva um einen Platz im Haupteisenbahnnetz (hoofdrailnet), das den größten Teil der Bahnstrecken in den Niederlanden umfasst, die seit langem von der NS betrieben werden. Arriva ist nach NS der zweitgrößte Zugbetreiber in den Niederlanden und hat bereits mehrfach Pläne für den Betrieb auf dem Haupteisenbahnnetz bekannt gegeben. Dies gelang erstmals im Jahr 2022, als Arriva einen Nachtzug zwischen Schiphol und Maastricht und später auch zwischen Schiphol und Groningen in Betrieb nahm.

Jules Draaijers, WKZ, Quelle

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