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Mittwoch, 13 Juni 2018 07:05

Großbritannien: ORR fordert, dass Network Rail eine Milliarde mehr für Zuverlässigkeit und Sicherheit ausgibt

Die britische Regulierungsbehörde Office of Rail and Road (ORR) hat am Dienstag (12.06.18) ihre erste Einschätzung über den von Network Rail vorgelegten Fünfjahresplan 2019-2024 gegeben (Control Period 6 oder CP6), der mehr als 34 Mrd. GBP (39 Mrd. Euro) vorsieht: 30 Mrd. GBP für England und Wales und 4 Mrd. GBP für Schottland. Das ORR fordert nun ein um 1 Mrd. GBP höheres Budget für zusätzliche Erneuerungsarbeiten zur Stabilisierung des Netzes.

Nach Ansicht des ORR hat sich die Leistung der Bahn in den letzten Monaten für viele Fahrgäste verschlechtert. Verzögerungen bei Modernisierungs- und Elektrifizierungsarbeiten waren mit verantwortlich für die großen Probleme bei der Umstellung auf neue Fahrpläne auf den Strecken von Northern (Arriva Rail North) und Govia Thameslink Railway (GTR). Eine gute Planung sei deshalb von zentraler Bedeutung für die Verbesserung der Leistung von Network Rail und damit für die Fahrgäste.

Network Rail hat vorgeschlagen, von den 34 Mrd. GBP Gesamtkosten 17 Mrd. GBP für Wartungs und Erneuerungsarbeiten zur Verbesserung des Netzes auszugeben. Das ORR will diesen Wert um 1 Mrd. auf 18 Mrd. GBP erhöhen. Diese zusätzlichen Ausgaben sollen durch Immobilienverkäufe, Effizienzsteigerungen und Umverteilungen erfolgen:

• Zusätzlich 1 Mrd. GBP für Wartungs- und Sanierungsarbeiten.
• Zusätzlich 80 Mio. GBP für sicherheitsrelevante Ausgaben (Bahnübergänge und Arbeitssicherheit).
• Umverteilung von zur Risikoabminderung zentral eingestellten 0,9 Mrd. GBP für England und Wales.
• Überprüfung der Leistungsmaßnahmen für die Gebiete Wessex, South East und Anglia.
• Einrichtung eines Performance-Innovationsfonds über 10 Mio. GBP zur Umsetzung neuer Ideen in ganz Großbritannien.
• Überprüfung und Glättung des Ausgaben-Profils über den Zeitraum CP6.
• Verstärkte Überwachung und Finanzkontrolle der Funktion von Network Rail als Netzbetreiber.

Darüber hinaus hat das ORR noch Maßnahmen zu den Entgelten für Fracht- und Charterunternehmen, Biomassetransporte und neue Open-Access-Betreiber festgelegt. Das ORR wird seine endgültige Entscheidung Ende Oktober veröffentlichen.

WKZ, Quelle ORR, Financial Times

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Letzte Änderung am Mittwoch, 13 Juni 2018 07:15

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