Nach Presserichten (Metaforespress, Efsyn) planen die griechische Regierung, das Infrastrukturministerium und der Netzwerkbetreiber OSE mittelfristig die Gründung eines neuen staatlichen EVU, das die zu reaktivierenden Meterspurstrecken auf der Peloponnes (vorrangig zwischen Patra und Pirgos), aber auch Strecken in Thessalien und Makedonien sowie die Touristenbahnen Diakopto - Kalavrita und die Pilionbahn betreiben soll.
Offensichtlich sind Gelder für eine relativ kostengünstige Wiederherstellung dieser Strecken verfügbar, seitens der Regionen wird teilweise massiver Druck gemacht, diese Strecken zu reaktivieren. Ein 35 km langer Abschnitt südlich von Patra ist bereits nahezu fertiggestellt.
Hintergrund
Im Zuge der Finanzkrise wurden viele Eisenbahnstrecken in Griechenland stillgelegt, obwohl diese z.T. gerade erst saniert worden waren. Das ehemalige staatliche EVU TrainOSE wurde an die italienische FSI-Gruppe verkauft, Vertragsinhalte sind unklar. Die FS versprach eine erhebliche Steigerung der Passagierzahlen vor allem durch Neuverkehre, dies lässt sich vor allem auf den Hauptstrecken erreichen, deren Ausbau sich weiter verzögert (Athen - Thessaloniki aktuell bis Ende 2019). Aus unrentablen Verkehren versucht man sich zurückzuziehen, aktuell mit der Streichung von zwei Zugpaaren in Tagesrandlage auf der Strecke Volos - Larissa.
Prof. Dr. Johannes Schenkel