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Freitag, 15 Juni 2018 12:22

Frankreich: Beginn der Gespräche über den Branchentarifvertrag

Nach Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens "für einen neuen Eisenbahnpakt" am Donnerstag (14.06.18) beginnt nun der zweite Teil der französischen "Eisenbahnschlacht" mit den Verhandlungen über einen neuen Branchentarifvertrag. Dazu findet heute (15.06.18) ein Dreiertreffen (Regierung - Gewerkschaften CGT, UNSA, SUD, CFDT und FO - Arbeitgeberverband UTP) unter dem Vorsitz von Verkehrsministerin Elisabeth Borne statt, "um die Wiederaufnahme der Verhandlungen über den Tarifvertrag für die Eisenbahnindustrie zu erörtern".

Verhandlungen über einen Tarifvertrag für die Eisenbahnindustrie begannen schon im Jahr 2014 unter der Regierung François Hollande, aber die soeben beschlossene Reform verändert die Dimension dieser Verhandlungen. Erstens, weil das Ausmaß der Veränderungen es erforderlich macht, diese Umbrüche sozial abzusichern. Zweitens, weil das Gesetz Lücken in der genauen Definition des neuen sozialen Rahmens für Eisenbahner hinterlässt.

Sensible Themen wie arbeitsbedingte spezielle Gesundheitsfürsorge, kostenlose Zugfahrkarten oder Sozialwohnungen sind im Text nicht enthalten. Sie könnten in den Branchentarifvertrag aufgenommen und in die noch zu verhandelnden Kapitel Vorsorgeversicherung, Gewerkschaftsrecht, Klassifizierung und Vergütung, Transferregeln und Sozialgarantien integriert werden.

Es werden Verhandlungen über grundlegende Fragen für Eisenbahner geführt, die nach der Umsetzung der Reform wahrscheinlich von einem Unternehmen auf ein anderes übertragen werden können: Wie entwickelt sich die Vergütung auf dem Karriereweg? Welche sozialen Garantien gibt es in vollem Umfang? Welche Elemente des Sozialvertrags der SNCF und den Status der Eisenbahner werden beibehalten?

Genau letzteres will die der Arbeitgeberverband UTP (l’Union des transports publics et ferroviaires) nicht, der am 24. Mai gegenüber dem Verkehrsministerium und den Gewerkschaften geschrieben hat: "Dieser künftige soziale Rahmen ... kann nicht aus der Einbeziehung aller Elemente bestehen, die derzeit in den Status von Eisenbahnarbeitern oder anderen Vorschriften des etablierten Betreibers aufgenommen werden."

Das oberste Ziel der Regierung ist es, den sehr engen Zeitplan für die Verhandlungen einzuhalten. Tatsächlich muss der Tarifvertrag zum schicksalhaften Termin 31. Dezember 2019 abgeschlossen werden, da ab Anfang 2020 der Eisenbahnwettbewerb in Kraft tritt und die Einstellung unter dem Status der Eisenbahner endet.

WKZ, Quelle Le Monde

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Letzte Änderung am Freitag, 15 Juni 2018 13:06

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