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Samstag, 16 Juni 2018 08:55

Großbritannien: GTR-CEO Charles Horton kündigt wegen Verspätungen Rücktritt an

Charles Horton, CEO von Govia Thameslink Railway (GTR) hat nach dem Desaster mit der Einführung eines neuen Fahrplans in einem Mitarbeiterbrief seinen Rücktritt angekündigt. GTR betreibt Thameslink, Southern und Great Northern. Horton wird nur noch für kurze Zeit im Amt bleiben, um die Entwicklung eines vorläufigen Fahrplans zu überwachen.

Bei der Bekanntgabe seines Rücktritts sagte Mr. Horton: "Ich gebe zu, dass die Passagiere über die erheblichen Störungen, die durch die Einführung neuer Fahrpläne verursacht wurden, sehr frustriert waren. Es ist der richtige Zeitpunkt, die Führung von GTR in ein Paar neuer Hände zu legen."

David Brown, Group Chief Executive der Muttergesellschaft Go-Ahead, sagte: "Ich möchte Charles für seine harte Arbeit mit Govia in den letzten 15 Jahren danken. Unter oft herausfordernden Bedingungen hat er ein Team aufgebaut, das das größte Fahrplanänderungsprogramm seit Jahrzehnten durchführt, das nicht nur das größte in Großbritannien ist, sondern auch durch das höchste Passagierwachstum verursacht wird."

Der Generalsekretär der Transport Salaried Staffs' Association (TSSA), Manuel Cortes, sagte: "Wir haben mindestens zwei Jahre lang Passagierproteste gegen das Eisenbahnchaos bei Southern, Thameslink und Great Northern erlebt, und anstatt vernünftige Lösungen anzubieten, hat Horton nie Verantwortung übernommen, sondern die Gewerkschaften und alle anderen beschuldigt, an die er denken konnte, außer sich selbst. ... Dieser Rücktritt sollte auch den Anfang vom Ende von Verkehrsminister Chris Grayling markieren."

Auch die Gewerkschaft RMT begrüßte den Rücktritt. Der Generalsekretär, Mick Cash, sagte: "Seit gut zwei Jahren sind RMT-Mitglieder, die für Sicherheit und Zugang kämpfen, unter dem von Charles Horton geführten Regime Beschimpfungen und Feindseligkeiten ausgesetzt.

Ursache des Rücktritts ist der neue Fahrplan, der am 20. Mai eingeführt wurde. Er sollte angesichts der steigenden Fahrgastzahlen zusätzliche Kapazitäten für Zehntausende von Pendlern in Spitzenzeiten bringen. Um Platz im Netz für die Tausenden von Zusatzdiensten zu schaffen, musste der Fahrplan aller Dienste von GTR und der meisten von Great Northern geändert werden.

Alle die neuen Fahrten mussten von Network Rail einzeln genehmigt werden. Leider dauerte dieser Prozess aufgrund der Vielzahl der erforderlichen Änderungen und teils auch von Network Rail verursachten verspäteten Ausführung einiger technischer Änderungen länger als erwartet, die Genehmigungen wurden verzögert und Fahrplananfragen mussten geändert werden. Dies führte dazu, dass die Bahnunternehmen viel weniger Zeit hatten, sich auf den neuen Fahrplan vorzubereiten, Züge anzupassen und Lokführer mit Streckenkunde zu versehen.

WKZ, GK, Quelle GTR, BBC, Guardian, ITV

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Letzte Änderung am Samstag, 16 Juni 2018 09:08

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