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Donnerstag, 21 Juni 2018 07:10

Schweden: MTR Express und Saga Rail AB rufen die Wettbewerbsbehörde wegen Zugang zu SJ Online an

Die schwedische Staatsbahn SJ verkauft über die Online-Plattform SJ Online Tickets für ihre und andere Bahngesellschaften. Dort werden auch Linien angeboten, die in direktem Wettbewerb mit dem SJ-Angebot stehen, wie der Snälltåget (Transdev) zwischen Stockholm und Malmö, die Öresund-Züge zwischen Göteborg und Malmö und der Blå tåget zwischen Stockholm und Göteborg, aber auch Regional- und Fernbusverbindungen. Nur MTR Express und Saga Rail AB erhalten keinen Zugang und rufen die Wettbewerbsbehörde wegen Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung an.

"Trotz wiederholter Versuche, mit SJ in Dialog zu treten, wurde MTR Express daran gehindert, Tickets im landesweit führenden Vertriebskanal zu verkauften. Und jetzt hat Saga Rail mit einem schwedischen Privateigentümer auch keine Erlaubnis erhalten", teilten Mats Johannesson, CEO von MTR Express AB, und Mats Nyblom, Vorsitzender von Saga Rail AB gegenüber der Zeitung Dagens Samhälle mit.

Saga Rail hat nun ebenfalls in einer Pressemeldung die Notwendigkeit mitgeteilt, aus wirtschaftlichen Gründen Zugang zu den Internet-Vertriebskanälen von SJ Online Zugang erhalten zu müssen, um das Konzept des günstigen pinkfarbenen Zuges (rosa tåg) an Wochenenden weiter entwickeln zu können. Vorerst wird der pinkfarbene Zug bis auf weiteres ausgesetzt und die Wettbewerbsbehörde informiert. 

Saga ist der Hoffnung, dass die schwedische Wettbewerbsbehörde schnell eine Zwischenentscheidung treffen wird, damit der pinkfarbene Zug bald wieder rollen kann. Eine Zwischenentscheidung könnte derart aussehen, dass SJ die Tickets von Saga Rail verkaufen muss, bis eine endgültige Entscheidung getroffen ist, was längere Zeit in Anspruch nehmen kann. Dies insbesondere, weil das Saga-Angebot weniger als 0,1% des Umsatzes von SJ beträgt. 

Saga zufolge waren bisher alle neuen Bahngesellschaften, die Tickets über SJ Online verkaufen konnten, mit der Zeit in der Lage, ihre Angebote zu entwickeln und rentabel zu betreiben. Den zwei Unternehmen, denen der Zugang zu SJ Online verwehrt wurde, wird jedoch die wirtschaftliche Grundlage entzogen, Zugdienste in Schweden einzurichten und auszubauen.

Bengt Dahlberg, WKZ, Quelle Saga Rail, Dagens Samhälle

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