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Freitag, 29 Juni 2018 07:00

Großbritannien: Verkehrsausschuss kritisiert vorschnelle und unehrliche Elektrifizierungs-Absagen

Das britische Transport Committee, ein parlamentarischer Sonderausschuss im Unterhaus, hat gestern (28.06.18) den Bericht über Investitionen in die Eisenbahninfrastruktur vorgelegt, der die Unterschiede der Investitionsvorhaben zwischen London und anderen britischen Regionen untersucht. Der Ausschuss kritisierte, dass das Verkehrsministerium (DfT) seine Entscheidung, die Elektrifizierung von Eisenbahnlinien in Wales, den Midlands und dem Norden abzubrechen, hätte "ehrlicher" öffentlich erklären sollen.

Die Elektrifizierung der Midland Mainline, der Great Western Mainline in Südwales und der Lakes Line wurde im März letzten Jahres eingestellt, nachdem die Kosten explodiert waren und dem Projekt das Geld ausgegangen war. Der Ausschuss kritisierte das Verkehrsministerium DfT wegen seiner "bedauerlichen" Entscheidung, das Parlament erst vier Monate später im Juli, kurz vor der Parlamentspause, über den Beschluss zu informieren und damit "die Möglichkeit einer eingehenden Prüfung und Debatte einzuschränken".

Der Ausschuss schreibt: Die jüngste Untersuchung des National Audit Office ergab sehr deutlich, dass die drei Elektrifizierungspläne auf der Midland Mainline, Great Western Mainline und Lakes Line im Juli 2017 gestrichen wurden, weil sie unerschwinglich geworden waren. Dies war ein Folgeeffekt früherer Kostenüberschreitungen im Elektrifizierungsprogramm CP5, verbunden mit Einschränkungen bei der Kreditaufnahme durch Network Rail und der Tatsache, dass die Erträge aus Anlagenverkäufen nicht wie in Sir Peter Hendys Bericht von 2015 vorgesehen zustande kamen. Angesichts der im März 2017 getroffenen Entscheidungen zur Streichung der Programme Midland Mainline und Lakes Line ist es bedauerlich, dass die Ankündigung erst im Juli durch eine schriftliche Erklärung an dem Tag erfolgte, an dem das Haus in seine Sommerpause getreten ist, wodurch die Möglichkeit einer ordnungsgemäßen Prüfung und Debatte eingeschränkt wurde.

Der Ausschuss weiter: Wir empfehlen, die im Juli 2017 gestrichenen Elektrifizierungspläne der Midland Mainline, Great Western Mainline und Lakes Line als "schwebend" zu kategorisieren und in die Warteschlange für weitere Entwicklungs- und Konstruktionsarbeiten (RNEP) aufzunehmen. Wenn sich neue Batterie- und Wasserstofftechnologien bewähren, sollten das Department und Network Rail eine vergleichende Kosten-Nutzen-Analyse gegen alle ausstehenden Elektrifizierungsprojekte in der Warteschlange durchführen. Die Elektrifizierung sollte durch ein langfristiges Programm erfolgen, in dem die Abteilung, das Eisenbahnnetz und die gesamte Industrie die Lehren aus früheren Programmen ziehen und sich bemühen, die Kosten zu senken. ... Das Departement und Network Rail müssen auch eine größere Bereitschaft zeigen, sich mit Vorschlägen Dritter für alternativ finanzierte Systeme zu befassen; insbesondere sollte der bestehende Vorschlag zur Elektrifizierung der Midland Mainline durch Dritte als direkte Alternative zur vorgeschlagenen Bimode-Lösung in Betracht gezogen werden.

WKz, Quelle Transport Committee, CityAM

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Letzte Änderung am Freitag, 29 Juni 2018 08:35

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