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Freitag, 29 Juni 2018 07:10

Niederlande: Weniger Trassengebühren, längere Züge und ERTMS im Maßnahmepaket für Güterverkehr

Die am Schienengüterverkehr beteiligten Parteien in den Niederlanden haben sich am 19.06.18 mit Staatssekretärin Stientje van Veldhoven auf ein Maßnahmenpaket geeinigt, um den Schienengüterverkehr noch nachhaltiger und attraktiver zu gestalten. Dazu gehören Maßnahmen zur deutlichen Senkung der Infrastrukturgebühren, die Einführung des europäischen Eisenbahnsicherheitssystems ERTMS und die Verbesserung des Lebensumfelds der an der Strecke lebenden Menschen.

Das Paket wurde in Abstimmung mit dem Schienengüterverkehrstisch ausgearbeitet, der Verlader, Eisenbahnverkehrsunternehmen, Terminals, Häfen, Eisenbahninfrastrukturunternehmen, ProRail und das Ministerium für Infrastruktur, öffentliche Arbeiten und Wasserwirtschaft umfasst:

• Bis einschließlich 2023 wird ein jährlicher Zuschuss von 12 bis 14 Mio. Euro zur Verfügung gestellt, so dass die Netto-Infrastrukturabgabe auf ein vergleichbares Niveau wie in Deutschland reduziert wird. Die Wirkung der Maßnahme wird 2021 evaluiert.

• Es werden Anpassungen erwogen, die es ermöglichen, längere Züge bis zu einer Länge von 740 Metern in Betrieb zu nehmen.

• Für die Einführung des neuen ERTMS-Sicherheitssystems bemüht sich die Regierung, nationale und europäische Mittel zu nutzen und den komplexen Übergang zu ERMTS so zu gestalten, dass er ein gesundes Wachstum des Schienengüterverkehrs ermöglicht.

• Es wird daran gearbeitet, den Schienengüterverkehr in Hafengebieten effizienter zu gestalten, leisere Geräte und Hybridlokomotiven einzusetzen und die Möglichkeiten für schwingungsarme Drehgestelle zu untersuchen.

Die Mitglieder des Schienengüterverkehrstisches haben den Ehrgeiz, mit diesen und anderen Maßnahmen das Schienengüterverkehrsvolumen von 42 Mio. t (2016) auf 54 bis 61 Mio. t. im Jahr 2030 zu steigern.

Staatssekretärin van Veldhoven: "Unserer Wirtschaft geht es gut und der Güterverkehr nimmt zu. An diesem Tisch stellen wir sicher, dass diese Warenströme so weit wie möglich auf die Schiene gebracht werden. Das entlastet die Straßen und schont die Umwelt. Heute haben wir einen großen Schritt nach vorn getan und unsere gemeinsamen Ziele für die nahe Zukunft in einem einzigen Paket festgelegt."

Steven Lak, Vorsitzender des Schienengüterverkehrstisches: "Dieses Maßnahmenpaket ist der Ausgangspunkt für einen neuen Ansatz. Es ist äußerst wichtig, dass alle Parteien auf der Strecke weiterhin zusammenarbeiten. Ich sehe eine enorme Bereitschaft aller Beteiligten, und dieses Maßnahmenpaket ist ein wichtiger Impuls für den Schienengüterverkehr.

Das Maßnahmenpaket wird in den kommenden Monaten zusammen mit dem Schienengüterverkehrstisch detaillierter ausgearbeitet. Inzwischen wurde ein Schreiben an das Parlament geschickt, in dem es über den Inhalt des Pakets informiert wurde.

WKZ, Quelle NS

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