Angesichts düsterer Aussichten als Folge der Streiks im Frühjahr, hat das Management der Gütersparte Fret SNCF intern die streikbereinigten Umsatzaussichten bekannt gegeben und den Abbau von 754 Stellen im Güterverkehr bis 2021 angekündigt. Die schlechten Vorhersagen gefährden das Rekapitalisierungsvorhaben.
Am Donnerstag (28.06.18) präsentierte das Management der Gütersparte den Gewerkschaften die streikbereinigten Umsatzaussichten für das zweite Quartal, über die FranceInfo und Le Monde Kenntnis erhalten haben. Statt der für 2018 erwarteten 860 Mio. Euro sieht das revidierte Budget nun 747 Mio. Euro Umsatz vor, gegenüber 903 Mio. Euro im Vorjahr.
Schlimmer noch, nach der sozialen Bewegung des Frühjahrs geht Fret SNCF nicht davon aus, dass verlorene Marktanteile schnell zurückgewonnen werden können. Im Jahr 2019 erwartet das Management einen Umsatz von 853 Mio. Euro, gegenüber ursprünglich 883 Mio. Euro und für 2020 werden 877 Mio. Euro prognostiziert, gegenüber geplanten 901 Mio. Euro. Die Aussicht auf ein positives Geschäftsjahr verschiebt sich so weiter um ein Jahr und wird bestenfalls im Jahr 2021 erreicht werden.
Die Belegschaft von Fret SNCF soll in drei Jahren von 5.478 auf 4.724 Mitarbeiter fallen. Nach Ansicht des Managements handelt es sich jedoch vorerst nicht um Entlassungen, sondern um Nicht-Ersetzungen von Pensionierungen und Umgliederungen innerhalb des Unternehmens. Dabei könnte sich die Situation in Abhängigkeit von EU-Vorgaben zur Rekapitalisierung auch noch verschlimmern.
Fret SNCF hat ein Defizit von 4,3 Mrd. Euro und Streikverluste in Höhe von 100 Mio. Euro zu verzeichnen. Brüssel könnte den Rekapitalisierungsplan für Fret SNCF ablehnen, der eine Finanzspritze von 4 Mrd. Euro und die Umwandlung der Tätigkeit in eine Tochtergesellschaft vorsieht. Sollte der Rekapitalisierungsplan scheitern, wäre die SNCF gezwungen, mehr zu sparen und weitere Arbeitsplätze abzubauen.
WKZ, Quelle L'Express, Le Monde