english

Mittwoch, 04 Juli 2018 11:37

Österreich: Klarstellung Unfall Mariazellerbahn

Die Mariazellerbahn ist eine der modernsten Regionalbahnen Österreichs und auch das Zugleitsystem und die Sicherungssysteme sind am technischen Letztstand. Beim Unfall der Mariazellerbahn wurde die Oberleitung beschädigt und zu Boden gerissen. Innerhalb von Sekunden hat das System die Störung erkannt und den Strom abgeschaltet.

Allerdings kann in der Leitung eine Restspannung verbleiben, wodurch der Unfallbereich zum absoluten Gefahrenbereich wird, der auch von den Einsatzkräften nicht betreten werden darf. Sofort bei Bekanntwerden des Unfalls hat sich das Team der Störungsbereitschaft von Kirchberg/P. auf den Weg zur Unfallstelle gemacht und vor Ort die Erdung der Oberleitung durchgeführt. Erst danach durfte die Unfallstelle betreten werden. Zwischen der Alarmierung des Störungsteams und der Herstellung eines geerdeten Bereichs vergingen lediglich 25 Minuten.

Die NÖVOG legt größten Wert auf die gute personelle Ausstattung besonders auch im Fahrbetrieb, also bei den Lokführerinnen und Lokführern, Disponentinnen und Disponenten sowie Fahrgastbetreuerinnen und Fahrgastbetreuern. Fast 50 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der NÖVOG sind im Fahrbetrieb tätig.

Die Fahrdienstleiterinnen und Fahrdienstleiter, bei der NÖVOG Disponentinnen und Disponenten genannt, sind grundsätzlich nie in einem Zug, egal ob bei der Mariazellerbahn oder einem anderen Bahnunternehmen. Sie steuern von der Betriebsführungszentrale aus den Zugsverkehr und legen beispielsweise fest, bis zu welchem Punkt ein Zug gefahrlos fahren kann.

Die Lokführerin oder der Lokführer wiederum steuert das Fahrzeug und regelt die Geschwindigkeit. Sie oder er darf wiederum nur bis zu jenen von den Disponentinnen und Disponenten vorgegeben Punkten fahren.

Früher gab es auch noch sogenannte betriebliche Schaffnerinnen und Schaffner. Deren Aufgabe bestand darin der Lokführerin oder dem Lokführer das Signal zur Abfahrt aus einem Bahnhof zu geben. Durch die Modernisierung und die entsprechenden technischen Einrichtungen braucht es weder betriebliche Schaffnerinnen und Schaffner im Zug noch eine Besetzung der Bahnhöfe. Allerdings kommen auf der Mariazellerbahn sogenannte Fahrgastbetreuerinnen und Fahrgastbetreuer zum Einsatz, deren Aufgabe die Servicierung der Fahrgäste ist.

Auch wenn in unserem konkreten Fall ein solcher betrieblicher Schaffner mit im Zug gewesen wäre, hätte das keinerlei Auswirkung auf den Unfall gehabt, da die Geschwindigkeit, wie angesprochen, nur durch die Lokführerin oder den Lokführer kontrolliert werden kann.

Pressemeldung NÖVOG

Zurück

Nachrichten-Filter