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Donnerstag, 05 Juli 2018 07:00

Frankreich/Großbritannien: Roland Berger empfiehlt billigen Konkurrenten zu Eurostar

Wie die französische Sonntagszeitung Journal du Dimanche (JDD) berichtet, erwägt Getlink (ex-Eurotunnel), die Konzessionsgesellschaft für den Kanaltunnel, die Möglichkeit, ein preisgünstiges Angebot für die Strecke Paris-London zu entwickeln. Das Unternehmen beauftragte Roland Berger mit der Durchführung einer Machbarkeitsstudie.

Laut diesem Dokument von etwa hundert Seiten, "ist der Eisenbahnmarkt bereit, billige und hochwertige Angebote nebeneinander zu sehen", während "die Nutzung des Kanaltunnels derzeit bei 58% liegt", so Jacques Gounon, CEO von Getlink, gegenüber JDD.

Diese Züge würden von den peripheren Bahnhöfen abfahren, wie auch der französische Billig-TGV Ouigo. Der Studie zufolge ließen sich so die laufenden Betriebskosten der französisch-britischen Linie um 25 bis 30 % senken, so dass die Ticketpreise um den gleichen Betrag gesenkt werden könnten.

Für potenzielle Eurostar-Konkurrenten empfiehlt die Studie die Nutzung von zwei Abfahrts- und Ankunftsbahnhöfen: den Bahnhof Roissy-Charles-de-Gaulle in Frankreich (über eine künftige direkte RER-Verbindung für die Olympischen Spiele 2024 mit Paris verbunden) und den Bahnhof Stratford, einen Londoner Vorstadtbahnhof, der seit den Olympischen Spielen 2012 modernisiert und an das öffentliche Verkehrsnetz der britischen Hauptstadt angeschlossen wurde.

Ein Nachteil dieser Preissenkungen wären längere Laufzeiten für den Kunden: 3 h im Vergleich zu 2 h 20 min derzeit für Eurostar. Die Studie schätzt, dass alternative und kostengünstige Schienenverkehrsdienste bis zu 285 Mio. Euro Jahresumsatz bei zwei Mio. Fahrgästen generieren könnten.

Im Moment hat sich noch kein Unternehmen gemeldet, aber laut JDD sind als potentielle Betreiber Thalys, Italo, Virgin und SNCF im Gespräch.

WKZ, Quelle JDD, Les Echos

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