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Dienstag, 17 Juli 2018 10:44

Niederlande: Streit um Reaktivierung der Bahnlinie Nijmegen - Kleve

Die Provinz Gelderland hat die Pläne zur Reaktivierung der Eisenbahnstrecke Nijmegen - Kleve in den Papierkorb geworfen. Wie das OV Magazine berichtet, kommt die Provinz zu dem Schluss, dass sowohl die Investitionen in die Infrastruktur als auch das Betriebsdefizit zu hoch sind.

Ein Überblick über die Möglichkeiten einer grenzüberschreitenden Verbindung zeigt, dass die Kosten erheblich sind: 116 Mio. Euro für die Anpassung und Sanierung der Infrastruktur und 1,4 Mio. Euro für jährliche Betriebsdefizite. Es wird erwartet, dass täglich ca. 1.750 Personen die Grenze mit dem Zug überqueren würden, wovon ca. die Hälfte aus bestehenden Buslinien wechseln würde.

Befürchtet werden auch Auswirkungen auf das Naturschutzgebiet De Bruuk und das Stadtbild des vom Tourismus lebenden Ortsteils Groesbeek, wo ein 140 m langer Bahnsteig benötigt wird. Die Gemeinde Berg en Dal gibt an, dass sie keine Schranken oder Zäune im Kern von Groesbeek will.

Erst im Mai hatte der Verband Innovativer Euregionaler Verkehr (VIEV) eine Petition mit 1.375 Unterzeichnern zur Wiedereröffnung der Bahnstrecke eingereicht. VIEV-Vizepräsident Maurice Niesten wirft der Provinz vor, auf der Grundlage alter Studien zu kalkulieren. Die Anlage könnte demnach wesentlich kostengünstiger umgebaut werden.

Derweil hat der Verein die Nijmeegsche Spoorwegmaatschappij (NSM) gegründet und will ab 2020 auf dem Abschnitt Nijmegen - Groesbeek touristische Verkehre durchführen.

Derzeit fährt die von NIAG betriebene Buslinie 58 stündlich von Emmerich über Kleve nach Nijmegen und wird in der Hauptverkehrszeit von der Linie 57 verstärkt. 48 Minuten dauert die Fahrt mit dem Bus, auf der Schiene könnte es um die Hälfte schneller gehen.

WKZ, Quelle OV Magazine, Omroepgelderland

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