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Mittwoch, 18 Juli 2018 07:00

Frankreich: Bahnreform führt zur Abstufung der Ratings für SNCF Mobilités

Die Rating-Agentur Fitch hat am Montag (16.07.18) das Langfrist-Rating von SNCF Mobilités gesenkt, der für den Zugverkehr zuständigen Sparte der Staatsbahn. Damit zog Fitch die Konsequenzen aus der Änderung des Status der Gruppe nach der von der Regierung durchgeführten Bahnreform.

Die Rating-Agentur Fitch hat am Montag (16.07.18) hat die Long- und Short-Term Issuer Default Ratings (IDR) von SNCF Mobilites von AA und F1+ auf A+ bzw. F1 herabgestuft. Die zweistufige Herabstufung ist eine Folge der französischen Bahnreform und spiegelt die Umwandlung der SNCF Mobilites in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung wider, die vollständig im Besitz des Staates ist, da sich der inländische Schienenpersonenverkehrsmarkt für den Wettbewerb öffnet.

Obwohl Fitch nach wie vor davon ausgeht, dass SNCF Mobilites im Bedarfsfall von einer staatlichen Unterstützung profitieren würde, wird der Verlust des EPIC-Status im Rahmen der Marktliberalisierung als Beweis für eine Lockerung der staatlichen Verflechtung gesehen. Dies wiederum ist unvereinbar mit der Beibehaltung der Ratings.

Fitch ist außerdem der Ansicht, dass die Öffnung des Eisenbahnmarktes für den Wettbewerb es SNCF Mobilites ermöglichen wird, von anderen Betreibern auf bestimmten Inlandsstrecken durch Ausschreibungen ersetzt zu werden, was den Anreiz des Staates verringert, eine Nichterfüllung seiner finanziellen Verpflichtungen gegenüber SNCF Mobilites zu verhindern.

Der zweifache Rating-Abfall ist ähnlich wie bei La Poste (A+/Stable/F1) und der Deutschen Bahn (AA/Stable/F1+), bleibt aber größer als bei der SNCF Reseau (AA/Stable/F1+), die als Infrastrukturbetreiber nicht dem Wettbewerb ausgesetzt sein wird.

WKZ, Quelle Fitch

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