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Mittwoch, 18 Juli 2018 12:12

Schweiz: Stellungnahme Pro Bahn Schweiz zum Bundesgerichtsurteil Zugersee Ost

Pro Bahn Zentralschweiz nimmt die Ablehnung der Beschwerde der IG NEAT gegen die Plangenehmigung Zugersee Ost zur Kenntnis und äussert sich materiell nicht dazu. Für Pro Bahn Zentralschweiz steht die Kundensicht im Vordergrund. Hier drängen sich folgende Feststellungen auf:

Durch das Eingehen des vorhersehbaren Risikos eines langandauernden Beschwerdeverfahrens bei der gewählten Variante einer Verlängerung der Doppelspur in Walchwil haben die SBB und das BAV die volle Entfaltung des NEAT-Nutzens mitverzögert. Schlimmer noch - es wird sogar eine anderthalb Jahre (!) dauernde Periode mit einer 15-minütigen Verlängerung der Reisezeit zwischen Zürich und Bellinzona geben. Auch die Reisezeit zwischen Luzern und Bellinzona wird sich um 10 Minuten verlängern. Aus Sicht des Personenverkehrs hat die von den SBB gewählte und vom BAV bewilligte Variante keine Notwendigkeit dargestellt, es hätte bessere Lösungen gegeben, die rechtzeitig fertig gebaut worden wären. Dies gerade auch im Hinblick auf den absehbaren Bau des ZBT II mit seiner Verschiebung der Kreuzungspunkte im Fernverkehr Richtung Walchwil.

Die Notwendigkeit einer Sperrung des Zugersee Ost ist schon seit vielen Jahren bekannt. Es ist auch aus dieser Sicht für Pro Bahn Zentralschweiz nicht verständlich, weshalb die Spange Rotkreuz nicht rechtzeitig auf diese Sperrung hin realisiert worden ist. Nur schon aus Redundanzgründen ist angesichts der risikobehafteten geologischen Verhältnisse entlang des Zugersee dieser Bau notwendig.

Pro Bahn Zentralschweiz erwartet für die anderthalb Jahre dauernde Periode der Sperrung am Zugersee Ost eine maximal kundenfreundliche Abwicklung des Verkehrsregimes über Rotkreuz. Pro Bahn Zentralschweiz wird dies in bewährt konstruktiver Weise verfolgen.

Die SBB erwähnen in ihrer Medienmitteilung nur ganz allgemein die Fahrzeitverlängerung für die Nord-Süd-Achse. Gemeint ist damit offensichtlich die Verbindung zwischen Zürich und Bellinzona. Dass sich die Reisezeit zwischen Luzern und Bellinzona ebenfalls um zehn Minuten verlängert (wegen längerer Wartezeit in Arth-Goldau) – obwohl diese Strecke von der Sperrung am Zugersee Ost eigentlich nicht betroffen ist –, wird nicht erwähnt.

Wie die SBB in Ihrer Medienmitteilung schreiben, wird die Nord-Süd-Achse Gotthard nun voraussichtlich bis Ende 2020 mit der Eröffnung des Ceneri-Basistunnel finalisiert sein. Bisher hat die Eröffnung des GBT für die Verbindungen in Luzern Richtung Gotthard unterm Strich keine Verbesserungen gebracht. Pro Bahn Zentralschweiz wird sich mit aller Kraft dafür einsetzen, dass dies spätestens Ende 2020 nachhaltig ändert.

Pressemeldung Pro Bahn Schweiz

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